Kritik übte Liebisch zudem am Zeitplan der Einführung des Elterngeldes. Zwar werde die Unterstützung seit 2007 bezahlt, doch stünden Eltern bei der Rückkehr in den Job oft vor der unlösbaren Frage, wo der Nachwuchs betreut werden kann. «In weiten Teilen des Landes fehlt es noch immer an Betreuungsplätzen für Kleinkinder», so Liebisch.Familienpolitik gehe in die falsche Richtung, wenn sie im Kampf gegen Armut an der Absicherung einer steigenden Zahl Betroffener durch die Sozialgesetze festhalte. Das Kernproblem sei der deutsche Arbeitsmarkt, der nicht genügend Optionen für bestimmte Zielgruppen biete: «Wir brauchen mehr Halbtagsjobs, Arbeitszeiten, die für Familien und Alleinerziehende attraktiv sind, sowie höhere Löhne vor allem für Frauen», betonte die Geschäftsführerin. Ein ausreichendes Erwerbseinkommen, zu dem auch Mindestlöhne beitragen könnten, mache jeden Sozialtransfer überflüssig. (epd)