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Elterngeld bleibt umstritten: 

Nur jeder siebte Vater bleibt zu Hause

29. Aug 2008 10:55
Vor allem Mütter nehmen Elterngeld in Anspruch
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Obwohl Mütter und Väter gleichermaßen ein Recht auf Elterngeld haben, nehmen bislang vor allem Mütter eine Auszeit vom Job. Und für alleinerziehende Eltern bringt es gegenüber dem früheren Erziehungsgeld mehr Nachteile als Vorteile.

Die Väter von rund 15 Prozent der neugeborenen Kinder in Deutschland beziehen Elterngeld. Das geht aus den neuesten Ergebnissen der Elterngeldstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden erstmals unter Bezug zur Geburtenstatistik veröffentlicht hat. Die Wirksamkeit der seit Anfang 2007 gezahlten staatlichen Unterstützung für Familien indes bleibt umstritten.

Der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter hat der Bundesregierung Inkonsequenz bei der Ausgestaltung des Elterngeldes vorgeworfen. «Die Vätermonate haben nur Alibifunktion und sind kein wirklicher Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit», sagte Verbandsgeschäftsführerin Peggi Liebisch in Berlin. Dazu müssten beide Elternteile gleich lang zu Hause bleiben und Anspruch auf Elterngeld haben. Zudem verhindere die Obergrenze von 1800 Euro, dass besserverdienende Väter eine längere Auszeit vom Job nehmen.

Im Gegensatz zum früheren Erziehungsgeld bedeute Elterngeld einen massiven finanziellen Verlust für Alleinerziehende, Niedrigverdiener oder Hartz IV-Empfänger. Sie bekommen statt bis zu zwei Jahren nur noch zwölf Monate Unterstützung. Liebisch plädierte für eine unbegrenzte Lohnersatzleistung, die sich am Nettoeinkommen des Anspruchsberechtigten bemisst. Auch Alleinerziehende bräuchten deutlich mehr Geld zur Existenzsicherung. Zudem müsse man über eine Kindergrundsicherung nachdenken, sagte Liebisch. Ihr Verband fordert eine Summe von 450 Euro im Monat.

Zu wenig Kinderbetreuung

Kritik übte Liebisch zudem am Zeitplan der Einführung des Elterngeldes. Zwar werde die Unterstützung seit 2007 bezahlt, doch stünden Eltern bei der Rückkehr in den Job oft vor der unlösbaren Frage, wo der Nachwuchs betreut werden kann. «In weiten Teilen des Landes fehlt es noch immer an Betreuungsplätzen für Kleinkinder», so Liebisch.

Familienpolitik gehe in die falsche Richtung, wenn sie im Kampf gegen Armut an der Absicherung einer steigenden Zahl Betroffener durch die Sozialgesetze festhalte. Das Kernproblem sei der deutsche Arbeitsmarkt, der nicht genügend Optionen für bestimmte Zielgruppen biete: «Wir brauchen mehr Halbtagsjobs, Arbeitszeiten, die für Familien und Alleinerziehende attraktiv sind, sowie höhere Löhne vor allem für Frauen», betonte die Geschäftsführerin. Ein ausreichendes Erwerbseinkommen, zu dem auch Mindestlöhne beitragen könnten, mache jeden Sozialtransfer überflüssig. (epd)

 
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