24. Aug 2008 10:11
Trotz heftiger Kritik soll der Gesundheitsfonds im kommenden Jahr starten – gleichzeitig wachsen die Befürchtungen, dass die Beiträge kräftig steigen. Familienministerin von der Leyen rät den Bundesbürgern, sich das nicht gefallen zu lassen.
Die Ministerin verteidigte den Gesundheitsfonds gegen Kritik auch aus der CSU: «Der Gesundheitsfonds macht nichts teurer. Er schafft Gerechtigkeit.» Kassen, die gut wirtschafteten, würden ihren Versicherten Geld zurückgeben können. Kassen, die schlecht wirtschafteten, würden Zuschläge verlangen müssen. «Jede Kasse bekommt denselben Betrag pro Versicherten. Damit hört die Jagd nach den jungen Besserverdienenden auf. Und jede Kasse kann zeigen, was sie mit dem Geld ihrer Versicherten macht», sagte von der Leyen. Der Gesundheitsfonds soll 2009 starten. Gleichzeitig mahnte sie angesichts des massenhaften Missbrauchs von Kundendaten einen besseren Schutz alter Menschen an und sprach in der «Bild am Sonntag» von einer «Raubritterindustrie», die täglich versuche, Senioren «über Glücksspiele und Wundermittel auszunehmen». «So abzuzocken, ist eine richtige Sauerei», sagte von der Leyen.
Sie nannte es «unfassbar, welche Dimension der illegalen Weitergabe von Kundendaten sich in diesen Tagen auftut». Trotz des schon bestehenden Schutzes sei es erforderlich, immer wieder nachzuarbeiten, «um Gesetzeslücken zu schließen», sagte die Ministerin. (dpa)