Merkel forderte die Länder zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem Bund bei der Bildung auf. «Der Bund will ja den Ländern keine Kompetenzen nehmen und den Besserwisser spielen.» Aber wenn Deutschland die Herausforderungen der Zukunft meistern wolle, «dann müssen Bund und Länder an einem Strang ziehen». Alles andere verstünden die Bürger nicht. Auch müssten sich die Schulen besser auf die gestiegenen Anforderungen in technischen Berufen einstellen, sagte die Kanzlerin weiter. Die Wirtschaft klage, dass 20 bis 25 Prozent der Schüler nach dem Schulabschluss nicht ausbildungsfähig seien. Zugleich entgingen der deutschen Wirtschaft «jährlich sieben Milliarden Euro an Wertschöpfung, weil wir 95.000 Ingenieure zu wenig haben».
Die SPD-Politikerin Ahnen nannte dagegen die Bildungspolitik der Union «mehr als widersprüchlich». Auf der einen Seite beklagten Merkel und ihre Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) den wachsenden Akademikermangel und die sinkende Studienneigung bei den jungen Menschen. Auf der anderen Seite führten aber unionsregierte Bundesländer Studiengebühren ein. Auch hätten wichtige Verbesserungen im deutschen Bildungssystem wie die Einführung von Ganztagsschulen und die Verbindung von frühkindlicher Bildung mit einem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem ersten Lebensjahr «gegen den Widerstand der CDU durchgesetzt werden» müssen.