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Diskussion über neue Gesetze: 

Schäuble plant Datengipfel

20. Aug 2008 18:52
Schäuble sieht beim Datenschutz die Zuständigkeit in seinem Innenministerium
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Wenn ein Thema die Öffentlichkeit bewegt, dann beruft die Regierung gerne ein Spitzengespräch ein. Im Fall des Missbrauchs von Kundendaten soll aber nicht nur geredet werden, auch neue Gesetze sollen her.

Angesichts des Missbrauchs persönlicher Kundendaten will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble Experten aus Politik und Wirtschaft zu einem Spitzengespräch einladen. Termin und Teilnehmerkreis stehen allerdings noch nicht fest, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Schäuble (CDU) werde nach seiner Rückkehr aus Peking die Einladungen aussprechen.

Schäuble werde unter anderem mit den Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern und den zuständigen Aufsichtsbehörden über mögliche Gegenmaßnahmen sprechen. Der Sprecher betonte, dass das Innenministerium für das Thema zuständig sei und für sich eine «moderierende Rolle» sehe. Aber auch die Ministerien für Wirtschaft und Justiz sowie die Datenschützer von Bund und Ländern seien zu beteiligen. Das Innenministerium sei dabei, ein «geeignetes Format zu finden», um in ein Gespräch einzutreten und Lösungen zu entwickeln.

Beck fordert «Generalrevision»

Der SPD- Vorsitzende Kurt Beck forderte eine «Generalrevision» der geltenden Regelungen. Auf den Prüfstand gehörten der gesamte Datenschutz sowie der strafrechtliche Bereich, sagte Beck bei einem Besuch in Jena. Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich in der «Bild»-Zeitung für eine rasche Gesetzesänderung aus. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen sollten persönliche Daten künftig nicht mehr weitergegeben werden dürfen.

Dafür hatten sich bereits Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) eingesetzt. Wer mit Daten handelt, müsse deren Nutzung dokumentieren, forderte Seehofer. Darüber hinaus sollten marktbeherrschende Firmen an Vertragsabschlüsse nicht mehr die Zustimmung zur Datenverwertung knüpfen dürfen.

Unterdessen ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts gegen das Glücksspielunternehmen Lottoteam. Die Behörde bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Über Verbraucherzentralen gingen gegen Lottoteam zahlreiche Beschwerden ein, unter anderem wegen der Abbuchung von Geldbeträgen ohne Einwilligung der Kontoinhaber. Das Unternehmen hatte bestritten, dass Abbuchungen in betrügerischer Absicht vorgenommen wurden und selbst gegen mehrere Callcenter Anzeige erstattet. (AP/dpa)

 
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