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Auto-Kennzeichen in der Kritik: 

Mitgefühl für «Bauern ohne Rücksicht»

19. Aug 2008 15:35
Sehr begehrt sind hingegen diese Stuttgarter Kennzeichen
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Nicht nur im Landkreis Borken (BOR) sind Autofahrer mit einem Kennzeichen unterwegs, das den Spott provoziert. Auch «Chaos ohne Ende» oder «Säufer fährt Auto» sind Running Gags. Um Diskriminierungen vorzubeugen, wollen zwei Politiker die Kürzel abschaffen.

Auto-Kennzeichen zu verulken – das kann manchmal ganz spaßig sein. «Christliches Lumpenpack» für CLP (Cloppenburg), «Ohne Hirn und Verstand» für OHV (Oberhavel), «Wir stechen Torf» für WST (Westerstede) oder «Vollidiot in Eile» für VIE (Viersen): Beispiele gibt es genügend. Zwei Landespolitiker finden das jedoch ganz und gar nicht witzig, sondern schlimm diskriminierend. Und machten via «Bild» vom Dienstag den Vorschlag, die Ortskürzel abzuschaffen. Der Berliner Innenexperte Peter Trapp (CDU) erklärte: «Es kommt vor, dass Autofahrer aus bestimmten Regionen aufgrund ihres Kennzeichens mit Vorurteilen belegt sind und Probleme im Straßenverkehr haben.» Die Abschaffung der Ortsbuchstaben auf dem Nummernschild sei daher zu überdenken.

Nach der Sommerpause werde er eine Initiative zur Abschaffung der Ortskürzel starten, sagte Trapp n-tv.de. In den 90er Jahren habe man in Berlin sogar am Nummernschild erkennen können, ob ein Auto im Ost- oder Westteil der Stadt zugelassen worden sei. Das sei auch abgeschafft worden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel, erklärte «Bild»: «Ich halte einen Ideenwettbewerb zur kreativen Gestaltung von Nummernschildern für sinnvoll.» Einziger Vorteil der Ortsnamen auf den Kennzeichen sei doch das beliebte Ratespiel auf der Fahrt in den Urlaub.

Immerhin sah sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee auf seiner Sommerreise mit SPD-Chef Kurt Beck in Chemnitz bemüßigt, den Forderungen umgehend eine Absage zu erteilen. «Ich halte nichts davon. Ich glaube, wir haben ein sehr gut funktionierendes System in Deutschland, das sich bewährt hat. Das sollten wir fortführen», erklärte der SPD-Politiker. Wäre ja auch jammerschade, wenn künftig keine «Wilden Landwirte» aus WL (Winsen/Luhe) mehr unterwegs wären. Und auch über Kennzeichen wie OF (»Ohne Führerschein»/Offenbach), MOL (»Meine Oma lenkt»/ Märkisch Oderland), FÜ (»Fahrer übt»/Fürth), SFA (»Säufer fährt Auto»/Soltau-Fallingbostel), COE («Chaos ohne Ende»/Coesfeld) oder BOR (»Bauer ohne Rücksicht»/Borken) nicht mehr geschmunzelt werden könnte. (nz/AP)

 
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