19. Aug 2008 15:35
Nicht nur im Landkreis Borken (BOR) sind Autofahrer mit einem Kennzeichen unterwegs, das den Spott provoziert. Auch «Chaos ohne Ende» oder «Säufer fährt Auto» sind Running Gags. Um Diskriminierungen vorzubeugen, wollen zwei Politiker die Kürzel abschaffen.
Nach der Sommerpause werde er eine Initiative zur Abschaffung der Ortskürzel starten, sagte Trapp n-tv.de. In den 90er Jahren habe man in Berlin sogar am Nummernschild erkennen können, ob ein Auto im Ost- oder Westteil der Stadt zugelassen worden sei. Das sei auch abgeschafft worden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel, erklärte «Bild»: «Ich halte einen Ideenwettbewerb zur kreativen Gestaltung von Nummernschildern für sinnvoll.» Einziger Vorteil der Ortsnamen auf den Kennzeichen sei doch das beliebte Ratespiel auf der Fahrt in den Urlaub.Immerhin sah sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee auf seiner Sommerreise mit SPD-Chef Kurt Beck in Chemnitz bemüßigt, den Forderungen umgehend eine Absage zu erteilen. «Ich halte nichts davon. Ich glaube, wir haben ein sehr gut funktionierendes System in Deutschland, das sich bewährt hat. Das sollten wir fortführen», erklärte der SPD-Politiker. Wäre ja auch jammerschade, wenn künftig keine «Wilden Landwirte» aus WL (Winsen/Luhe) mehr unterwegs wären. Und auch über Kennzeichen wie OF (»Ohne Führerschein»/Offenbach), MOL (»Meine Oma lenkt»/ Märkisch Oderland), FÜ (»Fahrer übt»/Fürth), SFA (»Säufer fährt Auto»/Soltau-Fallingbostel), COE («Chaos ohne Ende»/Coesfeld) oder BOR (»Bauer ohne Rücksicht»/Borken) nicht mehr geschmunzelt werden könnte. (nz/AP)