19. Aug 2008 10:26
Nicht der Datendieb ist der ärgste Feind des ahnungslosen Bürgers, sondern dessen Ahnungslosigkeit: Wichtig wäre ein Bewusstsein der Bürger dafür, dass sie etwas zu verbergen haben, meint
in der «Berliner Zeitung».
Zweitens könnte selbst der rechtstreueste Datenhändler nicht der Versuchung zum Missbrauch widerstehen, weil die Bedenkenlosigkeit der meisten Bürger im Umgang mit ihren persönlichen Daten den Missbrauch geradezu erzwingt. Keine Droge ist weltweit so erfolgreich wie die semantische Beruhigungspille der Gegenwart: «Ich habe nichts zu verbergen.»Und drittens ist es natürlich die Technik des Internet selbst, die – allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz – den Missbrauch ermöglicht. Der Unterschied zwischen einem Portemonnaie und einem Safe besteht nicht darin, dass in dem einen das Geld leicht zugänglich, im anderen sicher verwahrt ist, sondern nur darin, dass das Knacken des Safes den versierten Einbrecher verlangt.