Regierungsbildung in Hessen:
Linke stellt Bedingungen an Ypsilanti
16.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Van Ooyen sagte, die Linke werde schon für die kommenden Haushaltsberatungen Forderungen formulieren. Ihr Ziel sei es, die Kürzungsprogramme von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bei sozialen Einrichtungen rückgängig zu machen und öffentlich geförderte Ein-Euro-Jobs in normale Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln. Der Linke-Politiker fügte hinzu: «Wir stellen keine Bedingungen, formulieren allerdings Forderungen.»
Dazu gehöre ein Stopp des Ausbaus des Frankfurter Flughafens. Außerdem solle die Linke in Personalfragen mitreden dürfen. Wer in einem Tolerierungsmodell Verbindlichkeit wolle, müsse sie auch in die andere Richtung zeigen, betonte Ramelow. «Dann muss man mit uns auch das gesamte Personaltableau bereden.»
Ypsilanti plant in Hessen die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Tolerierung durch die Linkspartei. Unklar ist noch, wie weit die Zusammenarbeit gehen soll. Der hessische SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt hatte eine verlässliche Mehrheit bis zum Ende der Legislaturperiode gefordert und erklärt, ein Tolerierungsbündnis, das sich nur auf die Wahl der Ministerpräsidentin und ihres Kabinetts beschränke, sei ausgeschlossen.
Unterdessen berichtete die «Süddeutsche Zeitung», die hessische SPD plane einen Parteitag am 1. November, auf dem über eine von den Linken tolerierte rot-grüne Koalition abgestimmt werden solle. Generalsekretär Schmitt sagte der Zeitung zufolge, in den nächsten Tagen wolle die Partei «vorsorglich» zu diesem Termin einladen. Zuvor soll auf vier Regionalkonferenzen über das Vorhaben Ypsilantis diskutiert werden. (dap/AP)

