15.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nur elf Prozent der Wahlberechtigten wollen Beck als SPD-Kanzlerkandidaten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Stimmungstief für die SPD sinkt noch tiefer. Die Streitigkeiten innerhalb der SPD kommen bei der Bevölkerung schlecht an. Eins ist aber klar: Wenn die SPD einen Kanzlerkandidaten stellt, sind die meisten Wähler für Steinmeier.
Die SPD kommt aus ihrem Stimmungstief nicht heraus und hinkt der Union mit immer größerem Abstand hinterher. Während die CDU/CSU beim am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer bei der politischen Stimmung drei Prozentpunkte auf 43 Prozent zulegte, verlor die SPD weitere zwei Punkte und kommt nur noch auf 25 Prozent.
Eine mögliche rot-rot-grüne Bundesregierung auf Bundesebene lehnt eine Mehrheit der Befragten ab - zugleich rechnet aber auch eine Mehrheit damit, dass die SPD eine solche Koalition eingehen würde, wenn sie möglich wäre. Bei der politischen Stimmung konnten sich neben der Union nur die Grünen um einen Punkt auf zehn Prozent verbessern, während die FDP mit acht Prozent (minus eins) und die Linke mit zehn Prozent (minus zwei) Verluste machten.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre und längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine größere Rolle spielen würden, sähe die Lage nur leicht anders aus: Dann bekäme die Union 40 Prozent der Stimmen (plus eins), die SPD 25 Prozent (minus eins). Die FDP käme auf neun Prozent (minus eins), die Linke elf Prozent (minus eins), die Grünen zehn Prozent (plus eins) und die sonstigen Parteien zusammen auf fünf Prozent (plus eins).
Ypsilanti soll zur Wahl antretenBei der Streitfrage der SPD zur künftigen Haltung zur Linken fällt das Meinungsbild der Bevölkerung auf den verschiedenen Ebenen recht deutlich aus: Lediglich 17 Prozent aller Befragten und nur 22 Prozent der SPD-Anhänger fänden eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen nach der nächsten Bundestagswahl gut. 67 Prozent aller Befragten und 63 Prozent der SPD-Anhänger fänden sie schlecht. Allerdings erwarten 57 Prozent aller Befragten, dass die SPD eine solche Koalition eingehen würde, wenn sie möglich wäre, 35 Prozent glauben das nicht.
In Hessen soll nach Meinung von 24 Prozent der Bundesbürger SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zur Wahl antreten, auch wenn sie nur mit Hilfe der Linken gewählt werden kann. 44 Prozent lehnen dies ab, 32 Prozent haben dazu keine Meinung. Bei den SPD-Anhängern unterstützen 40 Prozent eine entsprechende Kandidatur, während sie 28 Prozent ablehnen (weiß nicht: 32 Prozent).
Nur elf Prozent für Beck als Kanzlerkandidat Bei den wichtigsten Politikern liegt weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Durchschnittswert von 1,9 (Juli: 2,0) an der Spitze, knapp gefolgt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 1,8 (Juli: 1,7). Allerdings traut sich nach wie vor ein Viertel aller Befragten kein Urteil über Steinmeier zu, weil sie ihn nicht genügend kennen. Im Negativbereich der Liste bleiben Kurt Beck mit minus 0,5 (Juli: minus 0,4), Gregor Gysi mit minus 0,9 (Juli: minus 1,1) und Oskar Lafontaine mit minus 1,4 (unverändert).
Kaum eine Änderung gibt es bei der Frage, wer Kanzlerkandidat der SPD werden soll: Hier nennen elf Prozent Beck, 45 Prozent Steinmeier, und 40 Prozent sehen sich nicht in der Lage, einen Kandidaten zu benennen. Auch innerhalb der SPD-Anhängerschaft führt Steinmeier mit 48 Prozent deutlich vor Beck mit 16 Prozent. Die Mannheimer Forschungsgruppe befragte vom 12. bis 14. August 2008 1.263 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den Kleineren 1,4 Prozentpunkte. (AP)