47. Jahrestag des Mauerbaus: 

netzeitung.de«Monströsen Irrtum» nicht vollständig abreißen

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Kränze zum Gedenken an die Mauertoten (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kränze zum Gedenken an die Mauertoten
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bundestagspräsident Lammert hat den fortschreitenden Mauer-Abriss kritisiert: Die Mauer sei schließlich Beispiel dafür, dass die Abschottung gegen unerwünschte Informationen oder Veränderungen «immer eine politische Bankrotterklärung ist».

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Berliner Mauer als «Symbol entsetzlicher politischer Verirrung und menschlicher Tragödien» bezeichnet. Zum 47. Jahrestag des Mauerbaus kritisierte der CDU-Politiker am Mittwoch in einer Andacht in der Gedenkstätte Bernauer Straße den nahezu vollständigen Abriss des «monströsen Irrtums».

Das habe nun «zur fragwürdigen Konsequenz» geführt, «dass im Herzen der Stadt ein authentischer Beleg über die Mauer und was sie bedeutet hat, fehlt». Die deutsche Geschichte und die Berliner Mauer im Besonderen seien ein unverändert aktuelles Beispiel dafür, «dass die Abschottung der Bevölkerung gegen unerwünschte Informationen, Kontakte oder Veränderungen immer eine politische Bankrotterklärung ist».

Dabei kritisierte er den Streit um die tatsächliche Zahl der Opfer an der innerdeutschen Grenze. Die Diskussion sei unwürdig: «Jedes Opfer ist eins zu viel.» An der Gedenkstätte an der Bernauer Straße legte er einen Kranz im Andenken an die Mauer-Toten nieder. Am 13. August 1961 riegelte die DDR den Zugang zum Westteil Berlins ab. Die Mauer fiel 28 Jahre später am 9. November 1989. An der Mauer wurden zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen getötet. Sie hatte eine Gesamtlänge von 155 Kilometern, an ihr standen über 300 Beobachtungstürme.

Ermutigung für alle Eingesperrten
Lammert sagte, die Mauer sei «Symbol für Glanz und Elend der deutschen Geschichte». Bau und Fall der Mauer am 9. November 1989 gehörten zu den überragenden Ereignissen der jüngeren Geschichte. Man müsse die Erinnerung daran pflegen und bewahren.

Diese Geschichte könne Ermutigung für alle in der Welt sein, die sich psychisch oder physisch eingesperrt fühlten. Den Streit über die genaue Opferzahl an der Mauer bezeichnete Lammert als unnötig und unwürdig. «Jedes Opfer ist eines zu viel.» Im Anschluss an die Andacht legten der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Lammert Kränze an der Gedenkstätte nieder. (jte)