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Kandidatenkür im Saarland: 

Lafontaines «Rückkehr» in die Heimat

08. Aug 2008 20:25
Lafontaine in Hochform
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Er ist wieder zurück im Saarland, doch so richtig weg ist er eigentlich nie gewesen. Nun kürt die Linke ihren «Oskar» zum Spitzenkandidaten und eröffnet damit gut ein Jahr vor der Wahl den Kampf um die Stimmen.

Oskar Lafontaine, einst Oberbürgermeister in Saarbrücken und 13 Jahre lang SPD- Ministerpräsident, ist im Saarland tief verwurzelt. Jeder kennt den heutigen Chef der Linken in dem kleinen Land. Doch Lafontaine spaltet seine Heimat, die Zahl seiner Gegner dürfte ähnlich groß sein wie die seiner Anhänger. Doch die Begeisterung für den einstigen Landesvater ist nach wie vor groß. So groß, dass Ministerpräsident Peter Müller (CDU) im kommenden Landtagswahlkampf einen Zweikampf zwischen sich und Lafontaine sieht. Am Samstag wird er ihn eröffnen - und die Chancen der Linken stehen nicht schlecht.

Schon bei der Bundestagswahl 2005 kamen die Linken im kleinsten Flächenland der Republik auf 18,6 Prozent. In keinem anderen westlichen Bundesland ist die in ihrer heutigen Form gerade ein Jahr alte Partei so stark. Aktuelle Umfragen gibt es allerdings nicht und so warten die Funktionäre aller Parteien gespannt auf die nächste demoskopische Erhebung im Spätsommer. In den letzten Befragungen lagen die Linken ähnlich gut, in einer kamen sie sogar vor die SPD. Für die Sozialdemokraten ein wahrer Alptraum, denn ihr Ziel, Müller aus dem Amt zu jagen, wird ohne die Linken kaum zu schaffen sein. Als kleinerer Partner unter Lafontaine will sich SPD-Landeschef Heiko Maas aber auf keinen Fall verdingen: «Das wird es definitiv nicht geben.»

Offiziell gibt sich die SPD-Führung gelassen und sieht in der CDU ihren Hauptgegner. Doch hinter den Kulissen legen etliche Funktionäre die Stirn in Falten, vor allem, weil sie befürchten, im Zweikampf Müller-Lafontaine nur noch eine Statistenrolle zu spielen. «Sehr schwierig wird die Situation für die SPD, wenn sie, was Meinungsumfragen voraussagen, nur drittstärkste Partei wird», sagt Lafontaine. Für den alleinregierenden Müller ist klar, die SPD würde alles tun, um an die Macht zu kommen. «Jeder muss wissen, dass die Sozialdemokraten an der Saar im Zweifel auch für ein Bündnis Links- Links zur Verfügung stehen. Jeder muss wissen: Wer die Stimme nicht der Union gibt, gibt möglicherweise die Stimme für das erste Linksbündnis in der alten Bundesrepublik Deutschland».

Die Wahl hat nicht nur wegen der brisanten Personalkonstellation bundespolitisches Gewicht. Seit Monaten streiten die Parteien um den Termin. Die CDU und Müller wollen die Wahl von der Bundestagswahl, die vermutlich am 27. September 2009 stattfinden wird, entkoppeln. So werden die Saarländer voraussichtlich wenige Wochen vor der Abstimmung im Bund an die Urnen treten - und bundesweit aufmerksam beobachtet werden.

Allerdings bezweifeln Maas und Müller beide, dass Lafontaine überhaupt zurück in die Staatskanzlei will. «Theaterdonner» nennt Maas die Kandidatur und glaubt, dass die Saarländer «nicht darauf hereinfallen». «Natürlich will Lafontaine nicht Ministerpräsident werden», sagt Müller, die ganze Sache sei unredlich. Lafontaine selbst hat bereits angekündigt, nur als Ministerpräsident im Saarland weiter Politik zu machen. Ändern wird das aber nichts. Mit dem neuen alten Spitzenkandidaten an der Saar werden die anderen nun umgehen müssen. Es wird ein heißes Rennen. (Sebastian Raabe, dpa)

 
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