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Entschuldigt oder nicht? : 

Clements unfreiwillige Helfer

08. Aug 2008 13:09
'Entschuldigung' machte schnell die Runde
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Wolfgang Clement gesteht ein, einen Fehler begangen zu haben und bittet um Entschuldigung. Hätte es so stattgefunden, wären die Berichte über die «Sorry»-Show begrifflich präzise. Doch in den Zeitungen herrscht Wirrwarr. Eine kleine Sprachkritik.

Schnell machte das E-Wort die Runde. Kaum, dass Wolfgang Clement in Bonn seine Haltung zur Partei vorgetragen hatte, lobten ihn die SPD-oberen für seine, so wörtlich, Entschuldigung. Das hatte rein taktische Gründe, aber nichts mit der Realität zu tun.

Die Parteiführung will den Konflikt mit dem einstigen Bundesminister und dem drohenden Parteiausschlussverfahren schnell und leise beseitigt haben. Denn Clements Rauswurf aus der SPD hieße, den Reformerflügel weiter zugunsten der Parteilinken zu schwächen und die Disbalance der Kräfte zu verstärken.

Doch Clement hatte ja nur bedauert. Er hatte gesagt, dass es ihm leid tue, wenn er den Wahlkämpfern in Hessen mit seinem SPD-kritischen

Zeitungsbeitrag vom Januar>>> Probleme bereitet habe. Kein Wort zur Partei an sich, keine Bitte um Entschuldigung. Erst in einem darauf folgenden Interview weitete er zumindest sein Bedauern auf die Parteifunktionäre aus.

'Entschuldigung mit Nachtreten'
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Bedauern ja – Entschuldigung nein. Das war es, was Clement beabsichtigte. Denn in der Sache war er hart geblieben: Er bekannte sich zu seiner Kritik an der Energiepolitik der Hessen-SPD und beharrte auf seinem Recht, sich auch künftig kritisch zu Wort melden. Eine Entschuldigung hätte erfordert, dass er zuvor einen Fehler eingesteht. Doch davon war das einstige Alphatier weit entfernt, als er die Journalisten zur Audienz ans Rheinufer in Bonn bat (s. Bericht>>>).

Dass Clement keinen Fehler zugab, schlug sich in den meisten Berichten über die Show noch nieder. Dass er mitnichten um Entschuldigung bat, machten nur wenige Beobachter und Kommentatoren deutlich.

Wie verschieden Clements Worte interpretiert wurden, war im «Tagesspiegel» zu besichtigen: Der Textautor wies explizit auf das Fehlen einer Entschuldigung hin. Doch die vermutlich von einem anderen Redaktionsmitarbeiter verfasste Unterzeile kündigte wiederum eine solche an. Die «FAZ» sprach präziserweise von «Clements vermiedener Entschuldigung».

Die Netzeitung entschied sich für «Sorry» – eine Alltagsäußerung, die sich im deutschen Sprachgebrauch durchsetzte, um ein Missgeschick zu bedauern oder halbherzig auf Kritik zu reagieren. Doch in vielen anderen Zeitungen fand sich das E-Wort prominent in Überschriften und Texten – Clement wird's gefreut haben. Die SPD-Führung sowieso.


 
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