Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

SPD und Clement: 

Steinmeier will, dass Clement bleibt

31. Jul 2008 21:33
Steinmeier fordert, dass die gesamte Biografie Clements bewertet werden soll
Bild vergrößern
Der SPD-Vize ist froh, dass es in der Partei einen wie Clement gibt. Deshalb sei bei dem SPD-Ausschluss das letzte Wort noch nicht gesprochen. Kaum eine SPD-Größe findet gute Worte für den Rauswurf des Altstars.

Im Streit über den Parteiausschluss von Wolfgang Clement hat sich der stellvertretende SPD-Chef und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier indirekt für einen Verbleib des früheren Ministerpräsidenten in der SPD ausgesprochen. «Ich bin froh, dass es in der Volkspartei SPD viele Meinungen gibt - von Wolfgang Clement bis Erhard Eppler. Das macht die SPD gelegentlich kompliziert, aber stark», erklärte Steinmeier am Donnerstag in Berlin.

Der Außenminister verwies auf das laufende Verfahren und betonte: «Die Entscheidung der NRW-Schiedskommission muss nicht das letzte Wort sein.» Das Landesgremium hatte entschieden, dass Clement wegen parteischädigenden Verhaltens aus der SPD ausgeschlossen werden soll. Dagegen hatte der Beschuldigte Berufung eingelegt. Nun muss die Bundesschiedskommission die Argumente überprüfen.

Nach Steinmeiers Meinung waren die umstrittenen Äußerungen Clements vor der Hessen-Wahl zwar «alles andere als hilfreich». Allerdings solle die Kommission auch die gesamte politische Biografie des Sozialdemokraten würdigen. Der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen und Er-Bundeswirtschaftsminister Clement hatte indirekt dazu aufgerufen, in Hessen nicht die SPD zu wählen, was von vielen Sozialdemokraten als parteischädigendes Verhalten verurteilt wurde.

Heil betont «demokratische Streitkultur»

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil schloss sich der Meinung Steinmeiers an. Eine «demokratische Streitkultur» gehöre zur SPD. Doch jeder wisse auch, dass man sich ungeachtet unterschiedlicher Meinungen besonnen verhalten müsse. Heil widersprach der These, dass der Rauswurf Clements auch eine parteiinterne Abrechnung mit der Reform-«Agenda 2010» von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sei. Die Schiedskommission habe das Verhalten von Parteimitgliedern zu beurteilen, nicht deren politische Überzeugung.

SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der «Sächsischen Zeitung», Clements Aussagen im hessischen Wahlkampf seien für die SPD «ohne Zweifel ärgerlich» gewesen. Clement habe aber unzweifelhaft als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident und als Wirtschafts- und Arbeitsminister «große Verdienste in der SPD.»

Die nordrhein-westfälische SPD-Chefin Hannelore Kraft unterstrich ihre persönliche Wertschätzung für Clement. «Wir haben ein gutes persönliches Verhältnis.» Politisch sei die zwar nicht immer einer Meinung mit ihm gewesen, aber grundsätzlich gelte für sie, dass sie «kantige Typen» mag. «Die braucht eine Partei auch», sagte Kraft der in Düsseldorf erscheinenden «Westdeutschen Zeitung». Entsprechend drückte Kraft ihr Bedauern über den Spruch der SPD-Landesschiedskommission aus. (nz/AP/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.