Wegen Internet-Zensur bei Olympia:
SPD-Politiker fordert Absage der Eröffnungsfeier
30.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Danckert reagierte damit auf das Eingeständnis des Chefs der Pressekommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Kevin Gospar hatte eingeräumt, dass Chinas Regierung den 25.000 Olympia-Journalisten nicht wie versprochen einen uneingeschränkten Internet-Zugang gewährt. So sind beispielsweise Webseiten von Menschenrechtsgruppen, Tibetern oder auch von chinesischen Inhalten der Deutsche Welle gesperrt.
«Die eklatante Zensur der Medien ist ein weiteres gebrochenes Versprechen und unterminiert den Anspruch, dass die Spiele die Menschenrechtssituation verbessern würden», sagte Mark Allison, Amnesty-Experte für Ostasien. Am kommenden Montag will die Organisation den Report «Olympic Countdown» veröffentlichen. Auch die Internetseite von Amnesty International ist für Journalisten in Peking nicht abrufbar.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zeigte sich am Mittwoch besorgt und empfahl China, bei den Spielen für ein «größtmögliches Maß an Offenheit» zu sorgen. Sein CDU-Parteifreund Ruprecht Polenz wählte schärfere Worte. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses sagte, der Eingriff der chinesischen Behörden sei nicht akzeptabel. «Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen, sonst fühlen sich die Hardliner im Politbüro bestätigt», ergänzte Polenz. (nz/dpa/AP)

