Schavan entscheidet:
Mehr Geld für Atomforschung
30.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Schavan versicherte, alle Maßnahmen seien bereits vor zwei Jahren mit Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) abgestimmt, das Vorhaben sei «Konsens in der Bundesregierung». Es gehe um Forschungen zur Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und Endlagerung. Schavan betonte, mit den Fördergeldern werde nicht an einer neuen Reaktorgeneration geforscht. Um bei der Erforschung der sogenannten vierten Generation mitwirken zu können, gebe es Initiativen mit den Ländern und verschiedenen Lehrstühlen.
Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin sagte, all diese «verschwendeten Forschungsgelder» kämen zu den Summen hinzu, «mit denen die Steuerzahler über die letzten Jahrzehnte eine Risikotechnologie subventioniert haben, mit der sie sich selbst und ihre Kinder gefährden». Das Geld werde dringend bei der Erforschung erneuerbarer Energien benötigt.
Man nehme Deutschland sicherheitswissenschaftlich auf dem Gebiet der Kernenergie nicht mehr ernst. Die Wirklichkeit sei, «dass sowohl die konventionellen wie auch die radiologischen Risiken für die Bevölkerung als Folge des Ausstieges für Deutschland größer sind und weiter steigen werden».
Die Große Koalition streitet angesichts steigender Energiepreise über die weitere Nutzung der Atomenergie. Während die Union die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern will, hält die SPD am Atomausstieg fest. Erst am Dienstag hatte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) seine Partei eindringlich davor gewarnt, sich auf eine Abkehr vom Atomausstieg einzulassen. «Kernenergie ist ein Auslaufmodell», schrieb er in einem Brief an seine Fraktion. Er verwies auf die Gefahren der Atomkraft und die ungelöste Endlagerung. Die längere Nutzung von Kernenergie führe außerdem nicht zu niedrigeren Strompreisen. (dpa/AP)

