Rot-rote Gedankenspiele in Hessen:
Ypsilanti erwägt zweiten Versuch
27.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Zu Äußerungen des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, wonach die Hessen-SPD nicht zweimal mit gegen dieselbe Wand rennen werde, sagte Ypsilanti: «Ich sehe in Hessen weder eine Wand noch eine Mauer, sondern ein breites, unbeackertes Feld, das beackert werden will.»
Zwar würden die Interessen der Bundespartei in die Erwägungen einbezogen, sagte Ypsilanti. «Auf meiner Prioritätenliste stehen aber die Inhalte ganz oben, ihnen bin ich zuallererst verpflichtet.» Es gehe ihr um einen grundlegenden Wandel in der Bildungs-, Sozial- und Energiepolitik. «Da stehe ich gegenüber meinen Wählern im Wort.»
In einem solchen Fall erwarte er von den Linken allerdings ein Mindestmaß an Verlässlichkeit. Dazu gehöre, einem Haushalt für das Jahr 2009 zuzustimmen. Er werde einem Grünen-Parteitag keinen Regierungseintritt vorschlagen, wenn absehbar sei, dass eine solche Regierung nicht lange Bestand haben könne, stellte Al-Wazir klar. «Für Himmelfahrtskommandos sind wir nicht zu haben.»
Der Grüne stelle in dem Interview erneut klar, dass er nicht begeistert von einer Zusammenarbeit mit der Linken sei, «aber es gibt derzeit überhaupt keine denkbare Konstellation im hessischen Landtag, von der ich begeistert wäre».
Nach der Landtagswahl ist die Regierung von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nur noch geschäftsführend im Amt. Bislang gibt es keine Mehrheit im Parlament. Eine Große Koalition wollen CDU und SPD nicht, für eine Koalition aus CDU und FDP oder SPD und Grünen fehlt die Mehrheit und Ypsilanti scheiterte mit der Bildung einer von den Linken tolerierten Minderheitsregierung am Widerstand aus der eigenen Partei. Vor der Wahl hatte sie eine Zusammenarbeit mit den Linken ausgeschlossen. (AP/dpa)

