FDP kritisiert Lufthansa-Streik:
Reisende in «Geiselhaft» der Gewerkschaft
27.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die CDU schloss sich dem Mahnen an, allerdings mit gemäßigter Wortwahl. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) forderte beide Seiten auf, nicht zu überziehen - auch wenn «die Tarifautonomie ein hohes Gut» sei. «Gerade auch viele Arbeitnehmer und ihre Familien, die ihren wohlverdienten Urlaub bereits lange gebucht haben, wären die Leidtragenden», sagte Beckstein der «Welt am Sonntag».
Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Klaus W. Lippold (CDU), verlangte ein schnelles Ende der Auseinandersetzung. «Jede Möglichkeit, diesen Streik zu vermeiden, muss genutzt werden, nicht nur um die Bürger sicher in den Urlaub gelangen zu lassen, sondern auch, um über ein klares Verhandlungsergebnis die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie nicht zu schädigen.»
Der Haushaltsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Steffen Kampeter (CDU), sagte der Zeitung: «Wenn die Streiklust zunimmt, wird die Arbeitslosigkeit auch wieder steigen.»
Der unbefristete Arbeitskampf soll um 0.00 Uhr am Montag beginnen. Die genauen Auswirkungen auf den Flugverkehr gelten bisher als unklar. Ein Lufthansa-Sprecher hatte am Vortag gesagt, man gehe davon aus, dass nur ein Bruchteil der Belegschaft in Deutschland dem Streikaufruf folgen werde. Lufthansa bereitet sich seit mehreren Tagen auf weitere Streiks vor und will die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich halten.
In dem Tarifkonflikt bei Verdi geht es um höhere Gehälter für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung geboten. (nz/dpa)

