Plan von CDU und CSU:
Mindestens zehn Euro mehr Kindergeld
27.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Humme bekräftigte die Abneigung der SPD gegen eine noch stärkere Staffelung der Kindergelderhöhung nach Familiengröße als derzeit. Das sei «nicht sinnhaft». Jedes Kind müsse dem Staat gleich viel wert sein. 90 Prozent der Familien hätten nur ein bis zwei Kinder.
Die Notwendigkeit einer Kindergelderhöhung ist weitgehend unumstritten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dies am vergangenen Mittwoch erst wieder bekräftigt. Schon im Juni hatten sich Union und SPD im Koalitionsausschuss darauf geeinigt, dass das Kindergeld zum 1. Januar 2009 angehoben werden soll.
Die genaue Steigerung wird aber erst im Herbst nach der Vorlage des Existenzminimum-Berichts von der Bundesregierung festgelegt.
Der Sprecher von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), Jens Flosdorff, sagte am Sonntag, es bleibe beim bisherigen Fahrplan: «Wir warten den Existenzminimum-Bericht ab. Dann müssen wir schauen, welche Spielräume es gibt.» Auch von der Leyen favorisiere aber eine gestaffelte Erhöhung, «die dort stärker entlastet, wo es am nötigsten ist - bei den kinderreichen Familien».
Mitte Juni hatte die Ministerin gesagt: «Ab dem dritten oder vierten Kind wäre eine stärkere Annäherung an den steuerlichen Grundfreibetrag wünschenswert.» Der Steuervorteil liegt bei maximal 230 Euro im Monat.
Singhammer forderte alle Länder auf, «in den nächsten drei bis fünf Jahren das Kindergartenjahr vor der Einschulung für die Eltern kostenfrei zu stellen». Bisher ist das beispielsweise in Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Niedersachsen der Fall. Mehrere Länder beabsichtigen auch, die Eltern aller Kindergartenkinder mittelfristig von den Gebühren zu befreien.
In diesem Jahr werden laut Bundesregierung 34,1 Milliarden Euro Kindergeld für 18,3 Millionen Kinder in Deutschland gezahlt. Im vergangenen Jahr waren es noch 34,7 Milliarden Euro für 18,7 Millionen Kinder und 2006 sogar 34,9 Milliarden Euro für 18,9 Millionen Kinder. (nz/dpa/AP)

