24. Jul 2008 10:27, ergänzt 25. Jul 2008 00:14
Wo ist er gerade? Wann ist er wo? Auf dem Programm des designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama stehen Besuche, Besichtigungen und seine Rede an der Siegessäule. Die
Freitag: Nach einer Nacht im Berliner Hotel Adlon will Obama nach Paris weiterreisen. Ob er am Vormittag noch Sehenswürdigkeiten in der Bundeshauptstadt besichtigt, war zunächst unklar. Sein Abflug ist für kurz nach 12 Uhr geplant19 Uhr Obama spricht vor rund 215.000 Menschen an der Berliner Siegssäule. Schon eine Stunde zuvor ist der Platz um das Monument überfüllt. Hunderte Meter stehen die Menschen dicht gedrängt auf der Straße des 17. Juni, das Brandenburger Tor im Rücken. Obama selbst ist für die meisten von ihnen nur auf den beiden Großbildschirmen zu sehen. Die Bühne selbst verschwindet hinter der Menge. Am Rande der Rede nimmt die Polizei einen Berliner fest, der im vergangenen Jahr einen Besuch des französischen Staatspräsidenten Sarkozy bei Bundeskanzlerin Merkel gestört hatte.
17.30 Nach einem 20-minütigen Gespräch mit Obama zeigt sich Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit angetan von dem demokratischen US-Senator von Illinois: «Er ist ein sehr charmanter und zielstrebiger Mann, der eine Vision für Amerika und die ganze Welt hat», sagt Wowereit nach dem Treffen im Hotel Adlon. Außerdem berichtet der Bürgermeister, Obama habe ihm zugesichert, dass sein erster Berlin-Besuch bestimmt nicht der letzte gewesen sein werde, da die Stadt mit dem Zusammenwachsen von Ost und West ein ganz besonderer Ort sei.
17.10 Knapp zwei Stunden vor Beginn der Rede Obamas strömen Tausende Menschen zur Siegessäule. An den Einlasskontrollen zur besonders gesicherten Zone nahe der Bühne bilden sich längere Schlangen.
Die Umweltschutzorganisation WWF versucht, das von Obamas Team verhängte Verbot, Plakate und Transparente mitzubringen, zu umgehen: Rund 20 Aktivisten verschenken auf dem Weg zur Rednerbühne rund 2.000 weiße T-Shirts an Passanten. Auf ihnen wird Obama auf Englisch aufgefordert, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren. Ein Eisbär zeigt auf den Betrachter und sagt: «Yes you can!»
16.55 Offenbar um den dortigen Fitnessraum zu nutzen, trifft Obama zu einem Abstecher im Luxushotel Ritz Carlton ein. Der US-Präsidentschaftsbewerber betritt das Haus in T-Shirt, schwarzer Trainingshose und weißen Turnschuhen. Lächelnd winkt er Touristen und anderen Schaulustigen zu.
14:17 Obama und sein Tross treffen am Auswärtigen Amt am Werderschen Markt ein. Obama entsteigt seinem Wagen, schüttelt Außenminister Steinmeier die Hand und nimmt die Stufen ins Gebäude. Das Gespräch der beiden dauerte mehr als 30 Minuten. Steinmeier sagte danach, es gebe Übereinstimmungen in der außenpolitischen Sicht auf die Krisenherde der Welt. «Ich habe auch bei diesem Gespräch noch mal festgestellt, das unsere Philosophie der Außenpolitik «Kooperation statt Konfrontation» auch Ziel seiner außenpolitischen Vorstellungen ist.» Insofern sei es ein gutes Gespräch gewesen.
13.59 Uhr: Obama wird doch nicht nach Rheinland-Pfalz weiterreisen. Eine Hospital-Sprecherin ließ wissen, der Termin wieder abgesagt wurde.
13.31 Uhr: Es wird bekannt, dass Barack Obama am Freitag weiter nach Rheinland-Pfalz reist. Obama werde das Lazarett der amerikanischen Truppen im pfälzischen Landstuhl besuchen, sagt ein Sprecher des Hospitals.
13.10 Uhr: Ein Berliner Polizeisprecher gibt Entwarnung. Das im Adlon abgegebenen Päckchen ist harmlos.
13 Uhr: Das Berliner Hotel Adlon, in dem Obama logiert, wird wegen eines verdächtigen Päckchens gesperrt. Spezialisten der Polizei untersuchen es. Ein Taxifahrer solle es abgegeben haben. 12.30 Uhr: Obama ist im Hotel Adlon. Er betrat die Bleibe nicht durch den Haupteingang, wo viele Schaulustige warteten, sondern gelangte über den Eingang zur Tiefgarage an der Rückseite des Hotels ins Gebäude.
12 Uhr: Obama ist unterwegs ins Berliner Hotel Adlon, wo er auch die Nacht zum Freitag verbringen will. Am Nachmittag ist dort ein 15-minütiges Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit vorgesehen. Zuvor ist er Gast im Auswärtigen Amt bei Außenminister Steinmeier - um 14 Uhr. Als wahrscheinlich gilt, dass Obama am Nachmittag noch einen kurzen Stadtrundgang unternimmt. Am Brandenburger Tor, am benachbarten Holocaust-Mahnmal oder auch am einige Autominuten entfernten Checkpoint Charlie hoffen die Wartenden auf seine Stippvisite.
11 Uhr: Obama schüttelt Bundeskanzlerin Merkel im Kanzleramt die Hand. Beide ziehen sich zum Gespräch zurück, das etwa eine Stunde dauern soll. Nach dem ersten Händedruck und dem Wechseln einiger Worte wendete sich Obama schon wieder Richtung Ausgang, großes Stöhnen der anwesenden Fotografen war die Folge. Erst Merkel lenkte den Besucher dann noch einmal einige Schritte weiter vor ein Fenster der Skylobby des Kanzleramtes, wo sie ihn auf den Ausblick hinwies. Nach einigen weiteren Sekunden Händedruck und Oberarmklopfen wenden drängt Obama erneut weg. Beide ziehen sich zurück.
Merkel hatte am Vortag ein «sehr offenes, ausführliches Gespräch» über Themen wie die transatlantischen Beziehungen, den Welthandel un den Klimaschutz angekündigt. Am Nachmittag will Obama Außenminister Steinmeier treffen. Am Abend steht eine öffentliche Rede des demokratischen Senators an der Berliner Siegessäule an.
Donnerstag, 10 Uhr: Barack Obamas Flugzeug landet im militärischen Bereich des Flughafens Tegel. Von dort aus fährt Obama ins Kanzleramt, wo er Bundeskanzlerin Merkel treffen soll.