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Empfang des irakischen Ministerpräsidenten: 

Al-Maliki wirbt um deutsche Firmen

22. Jul 2008 17:18
Al-Maliki und Merkel wollen die Beziehungen der beiden Länder ausbauen
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Die deutsche Regierungschefin sieht gute Chancen für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Irak. Sie machte bei dem Besuch auch deutlich, wie die Bundesrepublik das Land beim Aufbau eines Staatssystems unterstützen kann.

Nach der vorsichtigen Stabilisierung des Iraks wollen Berlin und Bagdad wieder an ihre traditionell guten Beziehungen anknüpfen. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki warb während seines ersten Besuchs bei Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag vor allem um Investitionen der deutschen Wirtschaft in seinem Land. Al-Maliki und Merkel schätzten die Sicherheitslage im Irak allerdings unterschiedlich ein. Merkel empfing al-Maliki mit militärischen Ehren im Kanzleramt.

Als erstes Mitglied der Bundesregierung hatte vergangene Woche Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mit einer Delegation Bagdad besucht. Merkel sagte, man wolle «ein neues Kapitel in den Beziehungen» aufschlagen und an die lange Geschichte der Kooperation anknüpfen.

Merkel zu Kooperation bereit

Al-Maliki betonte, er habe großes Vertrauen in Deutschland und die deutschen Firmen. «Ich bin der Meinung, die Sicherheitslage hat sich so verbessert, dass deutsche Firmen durchaus in den Irak kommen können», sagte al-Maliki. Merkel relativierte allerdings, die Situation im Irak sei zwar «auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht so, dass alles sicher ist«.

Sie zeigte sich trotzdem zu umfangreicher Zusammenarbeit bereit. So solle ein Generalkonsulat in Erbil im relativ sicheren Kurdengebiet und unter Umständen auch eines in Basra eröffnet werden, sagte sie. Die Regierung könne außerdem helfen bei der Ausarbeitung eines föderalen Staatssystems und bei der Ausbildung von Beamten und Ministeriumsmitarbeitern.

DIHK rechnet mit zweistelligen Wachstumsraten

Merkel ermutigte al-Maliki dazu, Kontakte mit der deutschen Wirtschaft zu knüpfen und zu vertiefen. So könnten Pakete vereinbart werden, zum Beispiel die Partizipation deutscher Firmen an Rohstoffvorkommen als Gegenleistung für die Bereitstellung technologischen Know-hows.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für die nächsten Jahre zweistellige Wachstumsraten in den Handelsbeziehungen. «In den 70er und 60er Jahren war die deutsche Wirtschaft für den Irak einer der wichtigsten Handelspartner überhaupt. Daran können wir anknüpfen», sagte DIHK-Außenwirtschafts-Chef Axel Nitschke der «Passauer Neuen Presse». Das Potenzial sei riesig.

Zurzeit kurbele der Irak gerade sein Ölgeschäft wieder an. «Bei der Fördertechnologie sind auch deutsche Anbieter gefragt», sagte Nitschke. Nachfrage, von der deutsche Unternehmen profitieren könnten, gebe es jedoch auch im Baubereich, bei der Wiederherstellung der Infrastruktur. (AP)

 
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