Dagegen sollte nach Ansicht ihres Arbeitnehmerflügels die CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Mindestlohn-Kompromiss mit der SPD zustimmen. «Wir sind keine politischen Zechpreller. Der Kompromiss ist vernünftig, wir sollten ihn jetzt gemeinsam tragen», forderte der der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe, Gerald Weiß, in der «Passauer Neuen Presse». Der CDU-Politiker nannte es eine «goldrichtige Entscheidung», über eine Öffnung des Entsendegesetzes und eine Novelle des Mindestarbeitsbedingungsgesetzes eine Grundlage für branchenspezifische Mindestlöhne zu schaffen. Der Wirtschaftsrat der CDU hatte am Wochenende angekündigt, er wolle den Kompromiss, den die Bundesregierung am vergangenen Mittwoch beschlossen hatte, im Bundestag stoppen. Sein Präsident Kurt Lauk hatte der SPD in der «Welt am Sonntag» eine «Salamitaktik» zugunsten ihrer Klientel vorgeworfen. Mit der Einigung am Kabinettstisch ermögliche es die Große Koalition den großen Gewerkschaften, die kleinen Gewerkschaften praktisch auszuschließen, kritisierte er. (nz/dpa)