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Umfrage offenbart Pessimismus: 

Deutsche glauben kaum noch an den Wohlstand

19. Jul 2008 16:58
Die Taschen fühlen sich für viele nicht gerade voll an
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Die Zahl jener, die die wirtschaftlichen Aussichten positiv einschätzen, wird laut einer Umfrage immer kleiner. Nicht nur die Bürger betrachten die Zukunft äußerst skeptisch.

Trotz des jüngsten wirtschaftlichen Aufschwungs sehen viele Bundesbürger Deutschland nicht mehr als wohlhabendes Land. Laut einer Ipsos-Umfrage glaubt inzwischen nur noch gut die Hälfte der Bundesbürger, nämlich 55 Prozent, dass unsere Gesellschaft in Wohlstand lebt, wie die «Welt» berichtet. Vor zwei Jahren waren dagegen noch 65 Prozent dieser Auffassung. Drastisch gestiegen ist im Gegenzug die Zahl der Skeptiker: 40 Prozent sehen das Land demnach heute nicht in Wohlstand leben, 2006 waren es nur 29 Prozent.

Auch die zukünftigen wirtschaftlichen Perspektiven werden laut der im Auftrag des Bankenverbandes erstellten, repräsentativen Studie ausgesprochen düster gesehen, wie die Zeitung schreibt. Beinahe sechs von zehn Bundesbürgern rechnen demnach damit, dass der Lebensstandard künftig eher sinken wird. Einen steigenden Wohlstand erwartet hingegen gerade einmal jeder Zehnte der Befragten.

Nicht nur die Bürger sind pessimistisch, auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für 2009 mit einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur und stagnierender Arbeitslosigkeit. «Der Aufbau an Beschäftigung, der den Rückgang der Arbeitslosigkeit um fast zwei Millionen Personen seit Anfang 2005 getragen hat, geht zu Ende», schrieb IW-Direktor Michael Hüther in der «Bild am Sonntag». «2009 werden kaum noch neue Arbeitsplätze hinzukommen.» Er erwarte für das kommende Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent.

Ähnlich äußerte sich Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. «2009 erwarte ich aufgrund der aktuellen Entwicklung eine deutliche Abschwächung des Wachstums. Das wird den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit erheblich bremsen», sagte der BDA-Präsident der «B.Z. am Sonntag».

Elektroindustrie: Abschwächungstendenzen

Auch die deutsche Elektroindustrie sieht nach dem kräftigen Aufschwung der vergangenen Jahre erste Abschwächungstendenzen. «Wir gehen davon aus, dass das Wachstum 2009 geringer ausfällt als in diesem Jahr», sagte der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann, der Zeitung «Euro am Sonntag». Für das laufende Jahr erwarte die Branche noch einmal ein Umsatzplus von vier Prozent.

Sowohl die Arbeitgeber als auch viele befragten Bürger rufen nach dem Staat. Hundt und Hüther fordern, die Abgabenlast der Unternehmen zu senken. Die Befragten sehen zusehends nicht mehr nur sich selbst in der Pflicht. Während die regelmäßige Erhebung des Bankenverbandes für die vergangenen Jahre einen stetig steigenden Anteil derjenigen auswies, die die Sicherung des Wohlstands in erster Linie als individuelle Verantwortung betrachten, zeigt die diesjährige Umfrage erstmals wieder eine Trendumkehr, wie es heißt:

Wohlstandssicherung als Staatsaufgabe

Nur noch 62 Prozent sind der Meinung, dass die Wohlstandssicherung vor allem eine Aufgabe des Einzelnen ist, 31 Prozent sehen dagegen den Staat in der Pflicht. 2006 waren es jeweils 70 und 25 Prozent gewesen. Die kompletten Ergebnisse der Studie zum Standort Deutschland und zur Zukunft der sozialen Marktwirtschaft will der Verband am Donnerstag vorstellen. (AP)

 
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