Weitere Gelder soll er an sich selbst und in die Türkei überwiesen haben. Andere Kirchenkonten soll er verpfändet haben. Zur Täuschung der Kirchengremien habe der Finanzchef nicht vorhandene Wertpapierdepots erfunden, Rechnungsprüfungen geschickt umgangen und, als bereits Misstrauen bestand, immer wieder die baldige Rückzahlung zugesichert.Der Präses der Kirche, Joachim Metten, teilte mit, man habe dem Finanzchef nach über 20 Jahren guter Erfahrung uneingeschränkt vertraut. Zugleich räumte er ein, Kontrollen hätten in zu geringem Maß stattgefunden oder versagt. Der Finanzchef sei Überprüfungen aber auch geschickt ausgewichen. «Es ist uns klar, dass die Vorgänge von außen gesehen unglaublich sind», sagte er.
Das Problem sei erst aufgefallen, als Zahlungen ausblieben. «Ich habe in meinem Amt versäumt, die Haushaltsordnung einzufordern und fühle mich für den Schaden verantwortlich», sagte Metten.
Es sei nicht ausgeschlossen, dass der tatsächliche finanzielle Schaden noch höher sei, sagte Kirchensprecher Rieger. Trotz der hohen Verluste sei die Kirche weiter handlungsfähig. «Wir werden sicherlich so weiterleben können, aber mit Einschnitten», erklärte er. Löhne und Gehälter könnten weiter bezahlt werden, da auch weiterhin Steuergelder eingezogen würden.