20. Jul 2008 16:50
Noch steht der genaue Termin nicht fest. Doch gut ein Jahr vor der Landtagswahl im Saarland laufen sich die Akteure langsam warm für einen langen und harten Wahlkampf.
«CDU und SPD können zu ihrem Ärger nichts daran ändern, dass wir in jedem Fall eine gute Ausgangsposition haben», sagt Lafontaine selbstbewusst. Und er hat - glaubt man den wenigen Umfragen für das Saarland - allen Grund zum Optimismus. Denn die jüngsten Zahlen sagen der Linken 18 bis 20 Prozent voraus. Eine andere Umfrage sah die Partei sogar vor der SPD. Für den derzeit mit absoluter Mehrheit amtierenden Regierungschef Müller ist die Wahl deshalb auch ein Duell mit Lafontaine. «Die Alternative heißt: weiter ein Weg des wirtschaftlichen Aufschwungs, des Abbaus der Arbeitslosigkeit - oder ein Rückfall in die 80er Jahre mit geringen Wachstumsraten und überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit. Das personifiziert sich sicherlich auch in der Person Peter Müller versus Oskar Lafontaine.»
Für die SPD wäre eine solche Juniorpartnerschaft unerträglich. «Das wird es definitiv nicht geben», sagt Maas, der der letzten SPD- Regierung unter Lafontaine als Staatssekretär angehörte. Eine rot- rote Koalition unter SPD-Führung hingegen schließt der SPD-Landeschef nicht aus. Lafontaine wiederum will aber nur als Ministerpräsident in die Landespolitik zurück, keinesfalls als einfacher Minister unter Maas. «Das kann ich meinem ehemaligen Staatssekretär nicht zumuten.» Doch auch wenn eine rot-rote Koalition unter Führung der SPD den Sozialdemokraten den Weg zurück an die Regierung eröffnen könnte: Die Kandidatur Lafontaines ist für viele seiner ehemaligen Genossen ein Alptraum. Offiziell gibt sich die SPD-Spitze gelassen, wenn die Rede auf ihren einstigen Ministerpräsidenten kommt. Maas sagt: «Ich glaube, dass die Saarländer etwas unterschätzt werden, wenn man allgemein davon ausginge, dass sie lediglich auf diesen Theaterdonner mit der Lafontaine-Kandidatur hereinfallen würden.» (Sebastian Raabe, dpa)