Doch Müller geht es wie vielen Frauen. Sie muss Familie und Beruf miteinander verbinden. Sie ist mit einem in Heidelberg lebenden Mann verheiratet. Beide haben eine Tochter, die aber mit der Mutter unter der Woche in Berlin lebt. Und zudem muss sich die Bankerin um ihren Wahlkreis in Düsseldorf kümmern. Das ergibt unter dem Strich drei Wohnsitze und wenig Zeit für Kind und Mann. Dass sie alles gut unter einen Hut bringen will, zeigt sich schon daran, dass sie sich im Oktober 2006 für ein gutes Jahr verabschiedete und in Elternzeit ging, obwohl dies für Positionen ihres Kalibers gar nicht vorgesehen ist.Beim Wechsel in den Verband würde sie wohl ihren Politikerjob aufgeben. Der Wohnsitz Düsseldorf fiele weg. Noch dazu würde sie einen Verband führen, der sich mit einer Schlüsselfrage der Politik - der Energie - beschäftigt. Das lockt.
Müller ist nicht nur eine Vertraute, sie ist auch im wahrsten Sinne des Wortes eine Weggefährtin der Kanzlerin. Als Vorsitzende der Jungen Union stützte Müller in den Zeiten der Spendenkrise Bemühungen der damaligen CDU-Generalsekretärin Merkel für eine Selbstreinigung der Partei und die zwischenzeitliche Abkoppelung vom damaligen Ehrenvorsitzenden Helmut Kohl, als andere noch zögerten. Sie rückte schnell in das CDU-Präsidium auf, wo sie allerdings nach außen auch wegen der Stellung der Ministerpräsidenten keine dominierende Position innehatte. Es gibt in der CDU aber dennoch nicht viele Politiker ihres Alters, die mit Berechtigung das Etikett tragen, für höhere Ämter tauglich zu sein. (Ulrich Scharlack, dpa)