1999 wurde der Bendlerblock, in dessen Hof der Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg und drei Mitverschwörer hingerichtet wurden, zum Vereidigungsort. Dort, am Sitz des Verteidigungsministers, igelten sich die Militärs praktisch ein und schirmten sich mit der Zeit immer perfekter ab. Die Pfeifkonzerte aus der Ferne waren auf dem Areal kaum noch zu hören. Wenn Demonstranten über Absperrgitter zu klettern versuchten, griffen Polizisten teilweise, etwa 2003, zum Schlagstock.Doch trotz aller strengen Kontrollen blieben Pannen nicht aus. Zwei Jahre nach dem Auftritt nackter Demonstranten machte 2001 ein weiterer Vorfall Schlagzeilen. Zwei Bundeswehr-Gegnerinnen gelang es, sich als Töchter des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping (SPD) auszugeben. Sie fuhren in einer Limousine mit Chauffeur direkt auf den Antreteplatz, ketteten sich an einen Zaun und schalteten eine Sirene an.
Auch 2004 fielen Bundeswehrstellen auf eine List herein. Ein studentisches Paar hatte vorgegeben, an einem wissenschaftlichen Projekt über militärische Rituale zu arbeiten, und dafür Akkreditierungen erhalten. Plötzlich rannten der 21-jährige Mann und die 23 Jahre alte Frau Parolen rufend über den Appellplatz. Feldjäger fingen das Duo ein. Die Störer erhielten eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. (Harald Rohde, dpa)