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Gegen zuviel Ablenkung: 

22 Verkehrszeichen sollen verschwinden

18. Jul 2008 11:43, ergänzt 13:50
Diese Schilder werden auch weiterhin gebraucht – andere hingegen nicht
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Weniger ist mehr: Der Verkehrsminister will den Schilderwald auf den Straßen lichten und Autofahrern weniger Hinweise geben. Für verzichtbar hält er etwa Warnungen vor Eisglätte, Bahnübergängen oder einem tiefen See.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat einen Bericht der «Bild»-Zeitung bestätigt, demzufolge überflüssige Verkehrsschilder aus dem Straßenbild verschwinden sollen. «Ich möchte den Schilderwald lichten», sagte der Minister. «Weniger ist oft mehr.» Veraltete Zeichen ohne Nutzen sollten weg: «Aus meiner Sicht sind viele Verkehrsschilder überflüssig.»

Geplant ist, Anfang nächsten Jahres 22 Verkehrszeichen abzuschaffen, wie aus einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der FDP hervorgeht. Darunter sind vor Schnee- und Eisglätte warnende Schneeflocken-Schilder, Warnschilder vor einem Ufer, Fußgänger-Überweg und vor einem Bahnübergang. Auch das Signet für die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen oder die Mindestgeschwindigkeit an Steigungen soll wegfallen. Der FDP geht die Abschaffung allerdings zu weit. Schilder, die vor Glätte oder Steinschlag warnen, müssten erhalten bleiben, hieß es.

Er wolle sich jetzt mit den Ländern abstimmen, «um dann den Spaten in die Hand zu nehmen und Zeichen abzubauen, sagte Tiefensee. «In enger Zusammenarbeit straffen und vereinfachen wir die Verwaltungsvorschriften. Damit wird es übersichtlicher auf deutschen Straßen.»

Verkehrsteilnehmer würden von unnötigen Informationen entlastet und hätten den Kopf frei, sich mehr auf die Straße zu konzentrieren. «Weniger Ablenkung bedeutet mehr Sicherheit.»

Besonders das Glätte-Warnzeichen mit der Schneeflocke dürfte für Diskussionsstoff sorgen. Denn das Warnschild steht nicht nur vor Brücken, die im Winter besonders von Eisglätte betroffen sind, sondern werden auch in automatischen Verkehrsbeeinflussungsanlagen verwendet, um Autofahrer zu warnen.

Das Vorhaben Tiefensees trifft deswegen auf Kritik vom ADAC. Der Autoclub begrüßt zwar grundsätzlich das Bemühen, den dichten Schilderwald an deutschen Straßen zu lichten. Doch die Abschaffung der Gefahrenzeichen geht ihm zu weit. «Die Auswahl ist aus unserer Sicht eher willkürlich getroffen», sagte ein ADAC-Sprecher.

Auch auf Straßen an Flughäfen soll es weniger Schilder geben: Das dreieckige Schild, das vor herannahenden Maschinen mit plötzlichem Lärm und grellen Landelichtern warnt, soll entfallen. Nach Ansicht des Ministeriums besteht keine Gefahr, dass sich Autos und Flugzeuge in die Quere kommen.

Außerdem könnte das Schild einen gegenteiligen Effekt haben: «Das Risiko durch das Zeichen, die Aufmerksamkeit beim Verkehrsteilnehmer für herannahende Flugzeuge zu wecken (potenzielle Ablenkung) wird höher eingeschätzt als ein möglicher Nutzen», heißt es in der Antwort an die FDP.

Nicht nur Gefahrenzeichen stehen auf der Streichliste. Sie betrifft auch sogenannte Richtzeichen wie den Hinweis auf einen Wandererparkplatz, auf dem zwei gehende Menschen abgebildet sind, von denen einer sogar einen Wanderstock hat.

Hier kann künftig ein normales Parkplatzzeichen eingesetzt werden. Auch an der Autobahn soll es künftig ein paar Schilder weniger geben: Die blau-weißen Hinweise auf Hotel (dargestellt mit Bett), Gasthaus (Messer und Gabel) und Kiosk (Kaffeetasse) wird es nicht mehr geben.(nz/dpa/AP)

 
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