18. Jul 2008 10:30, ergänzt 13:44
Nun findet es sogar vor dem Reichstag statt, doch nur ein Minister hat sich den Termin der Zeremonie in Berlins Mitte freigehalten. Entsprechend sauer ist der Wehrbeauftragte des Parlaments.
Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), zeigte sich enttäuscht über die Vielzahl urlaubsbedingter Absagen. «Die Soldaten hätten verdient, dass viele Gäste aus der Politik kommen – auch, wenn Urlaubszeit ist», sagte er der Zeitung. Das Kanzleramt werde durch Staatsministerin Hildegard Müller vertreten, sagte ein Ministeriumssprecher. Darüber hinaus hätten sich zwölf Bundestagsabgeordnete angemeldet. Parlamentarier könnten auch unangemeldet und in letzter Minute zu der Veranstaltung kommen.
Weil es in der Vergangenheit immer wieder Störungen und Störversuche bei Gelöbnissen gegeben hat, wird die Polizei die Straßenzüge um das Reichstagsgebäude sperren. Rund 1800 Polizisten sollen dafür sorgen, dass der feierlich Appell auf dem Platz der Republik ungestört ablaufen kann. Zwei Gegendemonstrationen sind bereits angekündigt.
Um das feierliche Gelöbnis von 500 Rekruten der Bundeswehr vor dem Reichstag hatte es zuvor Streit gegeben. Die Berliner Stadtverwaltung hatte die Veranstaltung auf dem Rasen vor dem Reichstag mit Verweis auf die Strapazierung der Grünflächen zunächst abgelehnt, nach heftigen Protesten dann aber doch genehmigt.