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Urlaubszeit: 

Bundeskabinett schwänzt Rekruten-Gelöbnis

18. Jul 2008 10:30, ergänzt 13:44
Rekruten waren schon mal da: Großer Zapfenstreich der Bundeswehr 2005
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Nun findet es sogar vor dem Reichstag statt, doch nur ein Minister hat sich den Termin der Zeremonie in Berlins Mitte freigehalten. Entsprechend sauer ist der Wehrbeauftragte des Parlaments.

Nach Informationen der «Bild»-Zeitung wird zum feierlichen Gelöbnis der Bundeswehr-Rekruten am Berliner Reichstag am Sonntag außer Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kein weiteres Kabinettsmitglied erscheinen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) seien ebenso verhindert wie Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), zeigte sich enttäuscht über die Vielzahl urlaubsbedingter Absagen. «Die Soldaten hätten verdient, dass viele Gäste aus der Politik kommen – auch, wenn Urlaubszeit ist», sagte er der Zeitung.

Das Kanzleramt werde durch Staatsministerin Hildegard Müller vertreten, sagte ein Ministeriumssprecher. Darüber hinaus hätten sich zwölf Bundestagsabgeordnete angemeldet. Parlamentarier könnten auch unangemeldet und in letzter Minute zu der Veranstaltung kommen.

Weil es in der Vergangenheit immer wieder Störungen und Störversuche bei Gelöbnissen gegeben hat, wird die Polizei die Straßenzüge um das Reichstagsgebäude sperren. Rund 1800 Polizisten sollen dafür sorgen, dass der feierlich Appell auf dem Platz der Republik ungestört ablaufen kann. Zwei Gegendemonstrationen sind bereits angekündigt.

Um das feierliche Gelöbnis von 500 Rekruten der Bundeswehr vor dem Reichstag hatte es zuvor Streit gegeben. Die Berliner Stadtverwaltung hatte die Veranstaltung auf dem Rasen vor dem Reichstag mit Verweis auf die Strapazierung der Grünflächen zunächst abgelehnt, nach heftigen Protesten dann aber doch genehmigt.

Die Zeremonie mit einigen tausend Gästen findet am Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli statt. Altkanzler Helmut Schmidt soll in diesem Jahr die Festrede halten. In den letzten Jahren gelobten die Rekruten ihre Treue im Bendler-Block, dem Berliner Sitz des Bundesverteidigungsministeriums. Traditionell gibt es Proteste militärkritischer Gruppen. (nz/AP)
 
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