15.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Jedes Jahr protestieren Kritiker gegen das Gelöbnis
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Es soll das erste Bundeswehrgelöbnis vor dem Berliner Reichstag werden. Doch gegen diese Erinnerung an dem symbolisch aufgeladenen Ort formiert sich bereits Protest linker Militarisierungsgegner.
Ein Bündnis linker Gruppen hat nach Polizeiangaben vom Dienstag eine Demonstration gegen das Gelöbnis angemeldet, das in Erinnerung an das gescheiterte Attentat gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 stattfindensoll. Die Kundgebung steht unter dem Motto «Stopp den Kriegseinsätzen! Gegen die Militarisierung des Alltags».
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden am Sonntagabend vor dem Reichstag rund 500 Soldaten vereidigt. Um Störungen zu vermeiden, sollen mehr als tausend Polizeibeamte und Feldjäger im Einsatz sein.
In den vergangenen Jahren hatten Bundeswehrrekruten alljährlich am 20. Juli ihr Gelöbnis im Bendlerblock abgelegt, dem Sitz des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Die Gelöbnisse wurden schon mehrfach durch Bundeswehr-Gegner gestört.
Vom Reichstag zum Denkmal für ermorderte ReichstagsabgeordneteDas Bündnis mobilisiert zum Brandenburger Tor. Anschließend soll es Richtung Reichstag zum Denkmal für die vom NS-Regime ermordeten Reichstagsabgeordneten gehen. Dabei muss auch mit Aktionen gerechnet werden, die den reibungslosen Ablauf der stören sollen. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu lautstarken Protestkundgebungen mit Trillerpfeifen-Konzerten und ähnlichem.
Als Grund für ihren Protest führen die Kritiker an, dass sich die Bundeswehr mit der Huldigung Stauffenbergs als «Friedensarmee» inszeniere, die angeblich im Interesse der Bevölkerung handelt. (nz/dpa)