Neuer Ärger um Parteichef: 

netzeitung.deBrandenburger SPD druckt Beck-Beschimpfung

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Er fühlt sich ohnehin schnell angegriffen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Er fühlt sich ohnehin schnell angegriffen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Für kurze Zeit schien es, als könne Kurt Beck sich nach all den Angriffen der vergangenen Woche in einer sommerlichen Feuerpause erholen. Nun aber taucht in einem Brandenburger SPD-Blättchen ein heikler Text auf.

Brandenburgs Sozialdemokraten haben der Debatte über den SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck mit der Veröffentlichung eines äußerst kritischen Beitrages in einer Parteizeitschrift neue Nahrung gegeben. Im SPD-Blatt «Perspektive 21» wird Beck als Geisterfahrer dargestellt, der nicht wisse, wohin er lenken solle und «im Zweifelsfall lieber laut fluchend den Falschfahrern von der Linkspartei hinterherjagt». Leider sei die Bundestagswahl 2009 wohl schon verloren. Autor des am Montag von «Spiegel online» aufgegriffenen Textes ist der Musikproduzent Paul van Dyk, der sich in dem Text selbst als Sozialdemokrat «von ganzem Herzen» zu erkennen gibt.

Das Heft sei ein «Debattenmagazin», das nicht «stromlinienförmig» sei und auch kontroverse Meinungen veröffentliche, sagte der brandenburgische SPD-Generalsekretär Klaus Ness. Seine Redaktion halte Teile der Einschätzung van Dyks für «völlig falsch», beispielsweise zu Beck und zu den Wahlaussichten der Partei.

Unter der Überschrift «Rettet die SPD!» stellt van Dyk in seinem Gastbeitrag fest, die Sozialdemokraten seien «kurz davor, sich selbst ins Abseits zu manövrieren». Nachdem die Reform-«Agenda 2010» des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sei, gehe von der Partei heute kein Reformimpuls mehr aus. «Becks Politik steht für mich leider im Moment für den blinden Marsch in die Vergangenheit.» Weiter schreibt van Dyk: «Eigentlich muss man sich einen möglichst eindeutigen Sieg der CDU/FDP wünschen, damit die SPD endlich aufwacht.»

Alte Angriffe von Finanzminister Speer
Der Beitrag des 36-jährigen, in Eisenhüttenstadt geborenen van Dyk war bereits im April in der Tageszeitung «Die Welt» abgedruckt, erhält durch seine Veröffentlichung in einem SPD-Blatt aber jetzt besonderes Gewicht.

Erst Mitte Mai hatte Brandenburgs Finanzminister Rainer Speer (SPD) Beck scharf angegriffen. In einem Interview lehnte er die Forderung nach raschen Steuersenkungen als Populismus ab. Kurz davor hatte Beck ein eigenes Konzept zur Steuerentlastung angekündigt. Speer kommentierte das mit den Worten: «Der Beck hat manchmal einen Aussetzer, und da hatte er wieder einen.» (dpa)