07. Jul 2008 09:37
Erstmals hat ein prominenter Sozialdemokrat ein Abweichen vom Ausstiegsbeschluss vorgeschlagen. Das SPD-geführte Umweltministerium reagierte empört: «Es gibt keine neuen Argumente für die Atomenergie.»
Der Energieexperte der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Thomas Breuer, sagte der Zeitung: «Wir brauchen die Atomkraft nicht, sie blockiert lediglich sinnvolle und nachhaltige Lösungen.» Deutschland sei mit seinem Ausbau erneuerbarer Energien ein Beispiel dafür, wie es auch ohne die technisch riskanten Atommeiler gehen könne. Die explodierenden Energiepreise hatten den Streit zwischen Union und SPD über die Atomenergie am Wochenende weiter angeheizt. Die SPD- Spitze warnte die Union, am vereinbarten Ausstieg zu rütteln. Der SPD-Politiker Eppler schlug allerdings einen Kompromiss vor, mit dem einige Atommeiler länger laufen könnten. Er war damit der erste prominente Sozialdemokrat, der ein Abweichen vom Ausstiegsbeschuss vorschlug.
Er sagte dem Magazin «Der Spiegel», die Union solle der SPD ein Angebot machen: «Wenn die SPD bereit ist, einige Meiler länger laufen zu lassen, dann schreiben wir gemeinsam in die Verfassung, Atomkraftwerke werden nicht mehr gebaut.» Es komme darauf an, die Atomenergie weltweit auslaufen zu lassen.