Die Wahlvorschrift spielte bei der Dresdner Nachwahl zur knapp ausgegangenen Bundestagswahl 2005 eine Rolle. Die war notwendig geworden, weil der NPD-Direktkandidat gestorben war. Im Streit um den Anspruch auf die Kanzlerschaft zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel und in der Frage der Koalitionsbildung war die Nachwahl von erheblicher Bedeutung. Im Wahlkreis 160 wurde das paradoxe Phänomen schließlich gezielt genutzt, indem die Effekte herausgestellt wurden. Vor der Nachwahl wurde darauf aufmerksam gemacht, dass weniger Zweitstimmen für die CDU ein Überhangmandat mehr bringen. Die CDU erhielt daraufhin bei der Nachwahl weniger Zweitstimmen als sonst. (AP/dpa)