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Arbeiten bis 67: 

Scholz will kein Renten-Reformer sein

30. Jun 2008 12:54
SPD-Minister Scholz
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Innerhalb der Partei sucht die SPD-Linke nach Wegen, die Härten der Rente mit 67 abzufedern. Doch ihren Arbeitsminister muss sie draußen halten, denn der Koalitionspartner macht bereits Ärger.

Eigentlich sollen alle demnächst bis 67 arbeiten. Laut Ministerium müssen jedes Jahr mehr als 170.000 Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen ihren Job vor Erreichen des Rentenalters aufgeben. Die Regelungen dafür sind noch nicht an das erhöhte Rentenalter angepasst. Die SPD will das beheben.

Für Verwirrung hat am Wochenende SPD-Fraktionschef Peter Struck gesorgt: Die SPD prüfe für die Zeit nach der Bundestagswahl «gemeinsam mit Arbeitsminister Scholz» Änderungen an der Erwerbsminderungsrente, sagte er der «Welt am Sonntag». Für die Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht so lange arbeiten könnten, «suchen wir nun nach Lösungen», sagte Struck in dem Interview.

Die erst vor wenigen Jahren beschlossene Verlängerung der Lebensarbeitszeit um zwei Jahre zählt zu den Errungenschaften der Großen Koalition. Den Eindruck, Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) arbeite als Regierungsvertreter oder SPD-Mitglied daran, diesen Konsens aufzuweichen, versuchte das Arbeitsministerium schleunigst zu zerstreuen. «Die Reform 'Rente mit 67' war und bleibt richtig», sagte ein Sprecher der «Bild». Es gebe im Arbeitsministerium keine Überlegungen, an der Erwerbsminderungsrente etwas zu ändern. Scholz sei auch kein Mitglied der SPD-Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befasse.

Auf Kosten des Staates

Was es damit auf sich hat, erläuterte SPD-Vizechefin Andrea Nahles. «Wir stehen zur Rente mit 67», betonte Nahles zunächst in der «Frankfurter Rundschau» und schränkte dies zugleich ein: «Wir wollen kein Scheunentor öffnen bei der Erwerbsminderungsrente. Aber sie darf auch kein Nadelöhr sein.»

Nahles
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Denn die Lockerung des Zugangs zur Erwerbsminderungsrente für jene, die gesundheitlich angeschlagen sind, ist Nahles zufolge Teil eines geplanten Vier-Punkte-Programms der SPD, das die Einführung der Rente mit 67 abfedern soll. Dazu soll auch die erwogenen Verlängerung der Altersteilzeit, verstärkte Gesundheitsförderung und ein Ausbau der Teilrente dienen. In Deutschland schütze eine Erwerbsminderungsrente deutlich weniger Arbeitnehmer mit angeschlagener Gesundheit als etwa in den Niederlanden, Schweden oder anderen EU-Staaten. Konkrete Vorschläge werde eine Arbeitsgruppe unter Leitung von SPD-Vizefraktionschefin Elke Ferner im Herbst vorlegen, sagte Nahles.

Kritiker sehen in all diesen Überlegungen die Gefahr, dass Arbeitgeber ihre älteren Mitarbeiter auf Kosten der Versicherungen früher in Rente schicken. Zudem ächzen die Sozialsysteme bereits heute unter einer großen Last.

So warnte CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter in der «Berliner Zeitung» vor dem Aufweichen der Rente mit 67, weil dies die Rentenversicherung und den Bund zu viel kosten würde. «Das wäre das Ende der Konsolidierung», sagte Kampeter dem Blatt mit Blick auf den voranschreitenden Abbau der Staatsschulden. Die SPD solle zu dem stehen, was sie beschlossen habe.

Der Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, schimpfte in der «Bild» auf den «Der Zickzack-Kurs der SPD bei der Rente». Die Sozialdemokraten gäben alles auf, wofür Schröder und Steinmeier einst gestanden hätten. Ähnlich sieht es der rentenpolitische Sprecher der CDU, Peter Weiß. «Die geltenden Regelungen haben wir uns gründlich überlegt. Die Sozialdemokraten sollten sich endlich an das halten, was gemeinsam verabredet ist.»

 
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