Gabriel warf der Union wegen ihres Festhaltens an der Atomenergie «ideologische Kurzsichtigkeit» und «Etikettenschwindel» vor. «CDU und CSU verschließen die Augen vor den Gefahren der Atomkraft und reden sich diese Risikotechnologie schön», sagte Gabriel der «Rheinpfalz am Sonntag». Atomenergie lasse sich keineswegs CO2-frei erzeugen. Die produktionsbedingten Emissionen könnten bis zu 126 Gramm CO2 pro Kilowattstunde betragen, je nachdem, wo das Uran gefördert worden sei und wie die Brennelemente produziert würden. Mehr Atomkraft sei deshalb kein Beitrag zum Klimaschutz, «sondern ein Hindernis auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung», sagte der SPD-Politiker.
Auch sei es ein Märchen, «dass längere Laufzeiten für die bestehenden Atomkraftwerke den Strom billiger machen würden». An der Strombörse bestimme nicht das billigste Kraftwerk den Preis, sondern das teuerste. (AP)