Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Krise in Simbabwe: 

Minister-Rüffel für Mugabes Papierlieferanten

27. Jun 2008 14:11
Streitbar: Wieczorek-Zeul
Bild vergrößern
Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul lässt der Gedanke keine Ruhe, dass Simbabwes Diktator Mugabe seine Helfershelfer mit Banknoten aus deutschem Papier bezahlt. Der Münchner Lieferant sieht dagegen kein Problem.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat die Münchner Wertpapierdruckerei Giesecke und Devrient aufgefordert, Simbabwe nicht mehr mit Papier für den Banknotendruck zu beliefern. Das Unternehmen sollte sich daran orientieren, ob der Kundenstaat die Menschenrechte achte, sagte ihr Sprecher angesichts der Gewaltherrschaft des Präsidenten Robert Mugabe. Die Ressortchefin habe die Firma darauf hingewiesen, dass sie sich einen Verhaltenskodex gegeben habe. Darin heißt es: «Wir achten die persönliche Würde, die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen, unabhängig von seiner Herkunft, Nationalität, Kultur, Religion oder Geschlecht.»

Die Regierung des südafrikanischen Landes finanziert sich in erster Linie durch das ständige Erhöhen der Geldmenge. Die Inflation liegt bei rund 100.000 Prozent. Waren des täglichen Bedarfs sind in Milliarden zu bezahlen. Die Belieferung Simbabwes mit Banknotenpapier ist angesichts der galoppierenden Inflation laut Wieczorek-Zeul eine Möglichkeit, das international isolierte Regime Mugabe zu stabilisieren. Es sei «entsetzlich», dass der Diktator mit den neuen Scheinen seine Schergen bezahlen könne: «Ich habe die Firma angeschrieben und erwarte da auch eine Antwort» sagte Wieczorek-Zeul im Deutschlandfunk.

Eine mögliche gab Unternehmenssprecher Heiko Witzke bereits: «Wir halten uns an die Bewertung der Völkergemeinschaft und alle Vorgaben und Regeln, die es von nationaler und internationaler Seite gibt», zitierte ihn die «Märkische Allgemeine». Will heißen: Solange es keine Sanktionen für den Handel mit zivilen Gütern gibt, ist oder wäre ein solches Geschäft in Ordnung.

Mugabe hat nach den Worten der Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Herta Däubler-Gmelin (SPD), mit seiner Gewaltherrschaft und der Wahlmanipulation Grenzen überschritten. Da dürften deutsche Unternehmen nicht auch noch «an der Inflation durch den Papierdruck von Noten» profitieren, erklärte sie im WDR. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits verdeutlicht, dass Mugabe nach einer Stichwahl ohne Gegenkandidat nicht anerkannt werden könne. (nz/AP/dpa)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.