Schäuble vor Untersuchungsausschuss:
Neue CIA-Flüge über Deutschland möglich
26.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Einschaltung deutscher Geheimdienste zur Kontrolle möglicher Aktionen ausländischer Geheimdienste auf deutschem Boden lehnte der CDU-Politiker mit Nachdruck ab. Es sei deutsche Staatspraxis, gegen befreundete Staaten keine nachrichtendienstlichen Mittel anzuwenden. Informationen befreundeter Geheimdienste seien angesichts der asymmetrischen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus von entscheidender Bedeutung.
Unter anderem habe sie bei den US-Justizministern John Ashcroft und Alberto Gonzales für die Freilassung der unter Terrorverdacht in den USA gefangenen Khaled El Masri und Murat Kurnaz gefordert. Der im Libanon geborene El Masri ist Deutscher, der Türke Kurnaz stammt aus Bremen.
Die US-Politiker hätten zurückhaltend reagiert, zum Teil aber Änderungsbedarf zugestanden. Zypries räumte ein, dass die Vereinigten Staaten unter rechtsstaatlicher Terrorismusbekämpfung etwas anderes verstünden als Europäer.
Sie meine aber, der Rechtsstaat dürfe niemals preisgegeben werden. «Die Ideale der Freiheit dürfen auch im Kampf gegen die Feinde der Freiheit nicht verloren gehen.» Terroristen seien Kriminelle und daher mit den Strafgesetzen zu bekämpfen. Sonderrechte und Sonderlager seien abzulehnen.
Vernommen wurde auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU). Dabei ging es um das in Stuttgart ansässige US-Europakommando Eucom, zu dessen Aufgaben bis heute Gefangenenüberstellungen in das Lager Guantanamo gehört. Dort sind auch deutsche Verbindungsoffiziere tätig.
Von der Beteiligung von Eucom an ungesetzlichen Handlungen sei den Offizieren nichts bekanntgeworden, sagte Schmidt. Das US-Gefangenenlager Guantanamo entspricht laut Schmidt «in keiner Weise rechtsstaatlichen Grundsätzen». Außerdem wurden Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm und der ehemalige BND-Präsident August Hanning vernommen. (AP/dpa)

