24. Jun 2008 14:18
Die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks Unicef will mit einer Transparenz-Offensive das Vertrauen der Spender zurückgewinnen. Dafür gibt es einen guten Grund: bis Mai 2008 sanken die Spendeneinnahmen um 20 Prozent.
Mit fast 60 Seiten gibt der Jahresbericht besonders deutlich Auskunft über die Verwendung von Spendengeldern. Während das Jahr 2007 mit 94,7 Millionen Euro Einnahmen noch das drittbeste für Unicef Deutschland war, schlug die Krise - nach Verschwendungsvorwürfen und dem Entzug des Spendensiegels - vor allem in den ersten Monaten 2008 voll zu Buche.Die Spendeneinnahmen sanken von Dezember 2007 bis Mai 2008 um rund 20 Prozent. Rund 38.000 von 203.000 Fördermitgliedern kehrten Unicef den Rücken. Die Kündigungswelle sei aber gestoppt, erklärte der Mitte April neu gewählte Vorstand. Eine Prognose für das laufende Gesamtjahr könne das UN-Kinderhilfswerk noch nicht geben, da die wichtigste Spendenzeit normalerweise zwischen September und Dezember liege. «Wir sind aber einem guten Weg, viele Kleinspender zurückzuholen», sagte Heraeus. Von den Großspendern - also Firmenpartnern - seien alle im Boot geblieben.
Laut Geschäftsbericht flossen 80,6 Prozent der Einnahmen 2007 in internationale Unicef-Projekte. 19,4 Prozent gingen in Verwaltung, Werbung, Kampagnen- oder Informationsarbeit, was «gutes Mittelfeld» sei. Der Bericht liste alle Einnahmen und Ausgaben «besser, transparenter und klarer nachvollziehbar» auf als in den Vorjahren, betonte Schatzmeisterin Anne Lütkes. Dennoch werde es im September einen weiteren Finanzbericht geben.