20. Jun 2008 18:39
Spekulationen über die exakte Zahl gab es genügend, doch jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Afghanistan-Mission der Bundeswehr soll auf 4500 Soldaten anwachsen. Zustimmen muss der Bundestag. Mit Rücksicht auf die CSU jedoch erst im Herbst.
Es gebe keinen Zweifel, dass der Vorschlag Schneiderhans umgesetzt werde, so Gertz. «Ich sehe da keinen Widerstand. Auch die SPD-Leute sagen, bis 4500 Soldaten machen sie alles mit. Was keiner will, ist, das so groß zu dimensionieren, dass daran womöglich neue Begehrlichkeiten für den Einsatz in Südafghanistan geknüpft werden.» Eine vorzeitige Verlängerung des Mandats werde es nicht geben: «Die CSU setzt sich da durch nach dem Motto: Keine Veränderung vor der Landtagswahl. Deshalb wird die neue Obergrenze erst ab dem 30. Oktober gelten. Es wäre sinnvoll, wenn man sie jetzt anheben würde.»Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels sagte dem «Kölner Stadt-Anzeiger», parallel zu der Erhöhung des Afghanistan-Kontingents sei mit einer Senkung der Obergrenze der «Operation Enduring Freedom» (OEF) von 1400 auf möglicherweise 800 Soldaten zu rechnen. Gegenwärtig sind nur 260 Marine-Soldaten am Horn von Afrika im Einsatz. Das Isaf-Mandat, so Bartels, werde wegen der Bundestagswahl 2009 statt um zwölf um 14 Monate verlängert. (AP/dpa)