Dass nur Studenten, die der Kommunistischen Partei nahestehen, nach Clausthal dürfen, glaubt Steinbach nicht. «Natürlich können wir schlecht hinter die Kulissen gucken», sagt sie. «Wir gehen aber davon aus, dass die meisten sich aus Eigeninitiative bewerben.» So legt die TU gewisse Maßstäbe fest, nach denen sie die Bewerber auswählt. Zudem reist eine Mitarbeiterin des Internationalen Zentrums regelmäßig nach China, um die obligatorischen Sprachprüfungen abzunehmen.Die Chinesen erhoffen sich vom Studium in Deutschland in erster Linie bessere Berufsaussichten. «Die Absolventen sind hochattraktiv für westliche Unternehmen in China», sagt Steinbach. Einen solchen Job hat auch Zhang Zhenan fest im Visier. «In Deutschland haben wir keine Chance», sagt er. «Hier werden Muttersprachler bevorzugt.» Der Rückzug nach China hätte für ihn noch einen weiteren Vorteil: Er wäre dann wieder in der Nähe seiner Familie.
Damit die Integration der Studierenden aus Fernost gelingt, bietet das Internationale Zentrum unter anderem Exkursionen oder Arbeitsgruppen an. «Wir achten darauf, dass die Gruppen nicht nur aus Chinesen, sondern auch aus anderen Ausländern und Deutschen bestehen», sagt Geschäftsführerin Steinbach. Bei Zhang Ning hat das bestens funktioniert - er ist sogar Mitglied des Studentenausschusses AStA. Zu ihren deutschen Studienkollegen haben die Chinesen allerdings kaum Kontakt. Fan Yuenan will das ihre dazu beitragen, dass sich das ändert: «Wir sind eine Brücke zwischen Deutschland und China.» (Benedikt von Imhoff, dpa)