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Maßnahmenkatalog verabschiedet: 

Kabinett sorgt für besseres Klima

18. Jun 2008 11:06, ergänzt 11:18
Emissionsquellen in Deutschland: Verkehr und Kraftwerke
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Ein kleines Land, doch bei den Emissionen ganz vorn: Als Industriestaat muss Deutschland viel für den Klimaschutz tun. Doch wie so oft geht es nicht ohne Kompromisse. Und Greenpeace zweifelt die Wirkung der Beschlüsse insgesamt an.

Es ist nur eine Formalie: Das zweite Klimaschutzpaket hat das Bundeskabinett passiert. Beschlossen wurden fünf Maßnahmen. Neben der Erhöhung der Maut für Lkw und den verschärften Energiestandards geht es um eine Umstellung der Heizkostenabrechnung, die Einführung «intelligenter» Stromzähler und den raschen Ausbau der Stromnetze, um den Transport von Ökostrom sicherzustellen. Oberstes Ziel des Pakets ist Energieersparnis. Die dadurch verringerten Kosten sollen die Investitionen über längere Frist wieder einspielen.

Die Deutschen sollen dafür in den kommenden zwölf Jahren 313 Milliarden Euro investieren. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) betonte, dass der Staat bei den Investitionen helfen will. Allein für den Klimaschutz in Wohngebäuden würden zwei Milliarden Euro bereitgestellt.

Die Koalition hat jedoch die Umstellung der Kfz-Steuer vom Hubraum auf den Abgasausstoß aber ebenso verschoben wie die geplante Kürzung der Heizkosten, wenn Vermieter die Energiestandards nicht einhalten.

Deutschland hat sich vorgenommen, seinen Ausstoß an gefährlichen Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen. 2007 waren davon bereits 20,4 Prozentpunkte erreicht. Mit dem Klimaschutzprogramm erwartet die Regierung, eine Verminderung um 34,3 Prozent erreichen zu können.

Noch fehlen also Maßnahmen, um die Lücke zu schließen. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen mahnte deshalb weitere Anstrengungen an und kritisierte, dass das Programm zum Teil verwässert worden sei. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentierte eine Studie, dernach die Regierung ihre Ziele weit verfehlen wird. Mit den Maßnahmen des Klimapaketes lasse sich bis 2020 nur die Hälfte der von jetzt an notwendigen 270 Millionen Tonnen Treibhausgase jährlich einsparen. «Wir haben jede Maßnahme des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung durchgerechnet, und das Ergebnis ist erschreckend«, sagte Energie- Experte Andree Böhling. Auch Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn beklagte, die Regierung habe den größten Teil der 30 Vorhaben aufgegeben, verschoben oder verwässert», wie sie den Dortmunder «Ruhr Nachrichten» sagte.

Die Spediteure klagen über die Maut-Reform. Dabei zahlen umweltfreundliche Lastwagen künftig zwar weniger als Dreckschleudern. Für alle wird jedoch mehr als bislang fällig. Der Durchschnittswert steigt von 13,5 auf 16,2 Cent je Kilometer. Der Bundesverband Güterverkehr befürchtet nun nicht nur wegen der Dieselpreise, sondern auch wegen der Maut eine Insolvenzwelle. Doch laut Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sollen deutsche Spediteure Hilfen von rund 350 Millionen Euro erhalten. Damit würden sie ab 2009 um 600 Millionen Euro jährlich entlastet, um international durch die Maut keine Nachteile zu haben. (nz/dpa/AP)

 
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