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Fakten aus dem Bildungsbericht: 

Weiterhin gravierende Mängel

12. Jun 2008 17:17
Bund und Länder haben zum zweiten Mal einen gemeinsamen Bildungsbericht vorgelegt. Die wichtigsten Ergebnisse des mehr als 330 Seiten starken Bands mit dem Titel «Bildung in Deutschland 2008» im Überblick.

Frühkindliche Entwicklung Die Zahl der Dreijährigen, die bereits einen Kinderhort mit Bildungsangeboten besuchen, ist zwischen 2004 und 2007 um zehn Prozent gestiegen - auf 90 Prozent im Osten und knapp 80 Prozent im Westen. Fast alle Vier- bis Fünfjährigen besuchen Kindergärten.

Weniger Hauptschüler Der Trend setzt sich fort - wenn auch langsamer als in früheren Jahren: Es gibt weniger Hauptschüler, dafür mehr Realschüler und Gymnasiasten. Im Schuljahr 2006/2007 gingen bundesweit 18,9 Prozent der Fünftklässler in eine Hauptschule - 2,6 Prozent weniger als im Schuljahr 2004/2005. Der Anteil der Fünftklässler im Gymnasium stieg im gleichen Zeitraum um 2,3 Prozent auf 39,9 Prozent.

Ohne Schulabschluss 2006 verließen 76.000 junge Menschen ohne Hauptschulabschluss die Schule - das waren 7,9 Prozent des Altersjahrganges. Zehn Jahre zuvor waren es 8,7 Prozent. Vielfach kann der Abschluss nachgeholt werden. Doch im Alter von 18 bis unter 25 Jahren haben immer noch 2,4 Prozent keinen Abschluss und befinden sich auch nicht mehr im Bildungssystem. Dieser Wert hat sich seit 2000 leicht erhöht.

Problem Hauptschule Nur 43 Prozent der Hauptschüler finden in den ersten sechs Monaten nach Schulende eine weitere qualifizierende Ausbildung. Die anderen drehen «Warteschleifen» oder machen Zusatzkurse. Auch 30 Monate nach Schulende sind immer noch 40 Prozent der Hauptschüler nicht in eine Berufsausbildung vermittelt.

Zu wenig Studenten Nach wie vor verzichten laut Bericht zu viele junge Menschen auf ein Studium. Die Studienanfängerquote am Altersjahrgang lag 2007 mit knapp 37 Prozent immer noch unter dem Höchststand von 39 Prozent (2003). Sie ist damit weiterhin deutlich unter der politischen Zielmarke von 40 Prozent.

Zu wenig Weiterbildung Die Beteiligung an Weiterbildung stagniert. Laut Bericht sind auch die Angebote der Unternehmen zwischen 1999 und 2005 «merklich gesunken». Es gebe eine Diskrepanz zwischen öffentlicher Rhetorik über lebenslanges Lernen und der tatsächlichen Beteiligung. Vor allem Ältere und schlecht Qualifizierte müssten für mehr Weiterbildung gewonnen werden.

Personal Rund 1,5 Millionen Erzieher, Lehrer und Hochschulmitarbeiter betreuen und unterrichten derzeit 17 Millionen Menschen. Doch der qualifizierte Berufsnachwuchs für Kinderhorte und Schulen, aber auch für die Wissenschaft wird immer knapper. Allein für den Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige werden laut Bericht bis zu 80.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. An den Schulen ist jeder zweite Lehrer älter als 50. In den kommenden 15 Jahren geht etwa die Hälfte der heutigen Lehrkräfte in Pension. Heute schon fehlen Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften.

Finanzierung Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist rückläufig. Zwar haben Staat und Wirtschaft 2006 mit 142,9 Milliarden Euro fast 15 Milliarden Euro mehr für die Bildung ausgegeben als 1995. Bezogen auf das BIP sank jedoch der Anteil im gleichen Zeitraum von 6,9 Prozent (1995) auf 6,2 Prozent (2006). Damit liegt Deutschland unter dem Schnitt der anderen Industriestaaten. (nz/dpa)

 
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