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Bushs Abschied: 

«Spargel aus Deutschland ist hervorragend»

11. Jun 2008 13:13
Unter Beobachtung: Merkel und Bush beim Spaziergang in Meseberg
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Bewegt haben sie nichts, das Treffen im brandenburgischen Schlösschen Meseberg war eher eine Wohlfühlveranstaltung. Bush geht mit dem Bewusstsein in Pension, dass Kanzlerin Merkel ihn mag. Doch aus dem Nahen Osten tönt hämisch ein alter Bekannter herüber.

«Die Zusammenarbeit macht Spaß» - resümierte die deutsche Regierungschefin am Vormittag vor den zugelassenen Journalisten. Nach einem Spaziergang im Barockgarten des Schlösschens Meseberg nördlich von Berlin hatten Kanzlerin Angela Merkel und ihr Gast George W. Bush ihre Gespräche vom Vorabend fort gesetzt. Eines der zentralen Themen war der Konflikt um das iranische Atomprogramm. Bush hatte am Vortag beim EU-USA-Gipfel im slowenischen Brdo eine härtere Gangart angekündigt und geht davon aus, dass die EU ihn dabei unterstützt.

Weitere Themen des Treffens, das am Vorabend bei einem Essen in eher privater Atmosphäre verlief, waren die Lage im Irak und in Afghanistan. Bush zeigte sich nicht nur angetan über das Nationalgericht der Brandenburger – den Spargel.

«Zufrieden» ist er auch mit der Entwicklung im Irak – man habe Fortschritte erzielt. Mit dem Sturz Saddam Husseins sei die Welt sicherer geworden, sagte er.

Im Hinblick auf den Iran drang Merkel auf eine Einbindung Russlands und Chinas in das Sanktionsregime. Beide zeigten sich bisher auf internationaler Ebene zögerlich. Merkel bekräftigte, im Atomstreit auf eine diplomatische Lösung zu setzen. Bush sagte dasselbe, vergaß jedoch nicht zu erwähnen, dass «alle Optionen» weiter «auf dem Tisch» lägen – heißt: also auch ein Feldzug.

Fast zeitgleich regte sich der in dieser Sache Angesprochene in Teheran und wandte sich mit einem hämisch anmutenden Gruß an Bush: «Ihre Ära ist vorbei, und - Gott sei Dank - werden Sie nicht länger in der Lage sein, auch nur einem Zentimeter iranischen Bodens Schaden zuzufügen», tönte Irans Präsident Ahmadinedschad in einer am Mittwoch im Rundfunk des Landes übertragenen Rede. Iran werde sich nicht einschüchtern lassen.

Fast schon altersmilde zeigte sich der Präsident, als es um seine Wortwahl während des Irak-Krieges>>> ging. Seine teils aggressive Sprache habe den Eindruck in der Welt vermittelt, er sei ein «Typ, der nur auf Krieg aus ist», räumte der scheidende Präsident in der britischen Zeitung «The Times» ein. «Ich denke, im Rückblick hätte ich einen anderen Ton, eine andere Rhetorik anschlagen können.»

Über Bushs Anstrengungen für den Fortgang des Friedensprozesses im Nahen Osten sowie den Klimaschutz wurde aus den Gesprächen in Meseberg vorerst nichts bekannt. Gemeinsam will man jedoch die Anstrengungen verstärken, um die um die Welthandelsrunde von Doha erfolgreich zu Ende zu führen. «Wir haben die Chance zu einem Ergebnis zu kommen», so Merkel. Mit Bush habe sie noch vor dem G8-Gipfel in Japan im kommenden Monat gemeinsame Aktivitäten verabredet.

Bush, der im Januar kommenden Jahres nach zwei Perioden aus dem Amt scheidet, befindet sich derzeit auf einer Abschiedstour durch Europa. Er reiste am Mittwochmittag nach Rom weiter. Von dort fliegt er später nach Paris und London. (nz)

 
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