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Abschied von George W.: 

Was von Bush übrig bleibt:

10. Jun 2008 11:43
Bekannt geworden durch absurdes Handeln: US-Soldatin England im US-Gefängnis Abu Ghraib
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Die Ära des Texaners war geprägt von einigen Begriffen und Vokabeln, die so zuvor nicht existierten. Um das sprachliche Erbe George W. Bushs zu bewahren, hat die Netzeitung nachgefragt, was sich damit jeweils verbindet.

Es war mitunter schwierig, die US-Rhetorik ins Deutsche zu transferieren. Doch das Kopfschütteln über die Sprachkreationen Bushs und seiner Gefolgschaft setzte vielfach weit früher ein. Orte wie Guantánamo oder Abu Ghraib stehen zudem begrifflich für rechtliche Dunkelzonen und rufen im Kopf Bilder von geringem Unterhaltungswert ab.

Die Diskussion über die Wortschöpfungen, die Kampfrhetorik und die Rechtsbrüche der Bush-Regierung ergriffen die ganze Welt. Denn schnell folgten die Reaktionen derjenigen, die mehr oder minder direkt angesprochen waren.

Die Bush-Rhetorik erhielt einen Platz in der Schmuddelecke der weltweiten Sprachschatzkammer. Ihr Inventar ist bei Wikipedia erklärt. Die Netzeitung zeigt, was sich damit verbindet.

«Altes und neues Europa» (2003, Deutschland und Frankreich gehörten für US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zum 'alten Europa', weil sie die USA nicht im Irak unterstützten):

SPD-Außenpolitiker Hans Ulrich Klose: «Das war aus Rumsfelds Sicht ein Versuch, die Europäer zu spalten»

Linkspartei-Außenpolitiker Norman Paech: «Arroganz gegenüber der internationalen Zusammenarbeit»

FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer: «der erfolgreiche Versuch, den Spaltpilz nach Europa reinzutragen, das sich gerade vereint»

«Die Koalition der Willigen» (2003, die etwas mehr als 40 Staaten, die die USA im Irakkrieg unterstützten):

Klose: «…etwas, was man durchaus bedenken kann. Im Falle Afghanistans war das ein Fehler»

Hoyer: «Der Verzicht auf die zentrale Rolle der Nato». (obwohl die Nato zum ersten Mal in ihrer Geschichte wegen 9/11 den Bündnisfall ausgerufen hatte).

Paech: «Eine Versammlung von Vasallen der USA»

Guantánamo: (das US-Gefangenenlager auf Kuba, dessen exterritoriale Lage die USA nutzen, um Völker- und Kriegsrecht außer Kraft zu setzen)

Klose: «ein wesentlicher Schritt zur Aufweichung der Bindungskraft von Völkerrecht»

Paech: «einer der schlimmsten Fehltritte der USA»

Hoyer: «ein fataler Abschied von der großen amerikanischen Tradition des Rechtsstaatlichkeit»

Abu Ghraib (das US-Gefängnis im Irak, in dem Soldaten Gefangene folterten und misshandelten und sich gegenseitig dabei fotografierten)

Klose: «in einem anderen Fall das gleiche» (wie Guantánamo)

Paech: «die Fratze des Krieges, wie sie sich in allen Kriegen immer wieder darstellt»

Hoyer: «eine Schande für die westliche Welt»

Geheime CIA-Gefängnisse (betrieben die USA in weiten Teilen der Welt)

Klose: «fällt in die gleiche Kategorie» (wie Guantánamo und Abu Ghraib)

Paech: «ein Hohn auf die Menschenrechts-Versprechen der USA»

Hoyer: «eine Fehlentwicklung amerikanischer Politik, der offenbar Europäer kräftig Vorschub geleistet haben»

Die «Achse des Bösen»: (2002, Bush zu Nordkorea, Iran und Irak, die sich allesamt mit Terroristen eingelassen hätten, Gegenteil von «Koalition der Willigen»)

Klose: «ein Begriff, mit dem ich in der Politik nicht viel anfangen kann, obwohl ich in der Lage bin, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden»

Paech: «fundamentalistische Antwort auf den Fundamentalismus»

Hoyer: «»eine völlig unzulässige Simplifizierung internationaler Politik»

Der Kyoto-Streit: (beharrliche Weigerung der USA, die internationale Vereinbarung von Kyoto zum Klimaschutz zu unterschreiben und zu ratifizieren)

Klose: «…hat neben der Interessenwahrung der US-Wirtschaft gezeigt, dass wirkliche Forschritte nur erreichbar sind, wenn die Schwellenländer Asiens, insbesondere China und Indien dabei sind»

Paech: «Synonym für die ökologische Unfähigkeit der US-Regierung»

Hoyer: «viele verpasste Chancen und verlorene Jahre»

US-Raketenschild: (Abwehrsystem, das die USA in Osteuropa installieren wollen, um gegen Raketenangriffe etwa aus dem Iran gewappnet zu sein)

Klose: «…eine Sache, die viel zu hoch gehängt wird, weil man mit zehn Kollisionsraketen einen umfassenden Schutz nicht leisten kann»

Paech: «Vorwand zur weiteren Einschüchterung Russlands»

Hoyer: «ein Thema, das Amerikaner und Europäer auch mit den Russen diskutieren»

Für die Netzeitung aufgezeichnet von Tilman Steffen

 
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