09. Jun 2008 14:03
Vor der Landtagswahl wollte die CSU den Wählern die Pendlerpauschale als Köder auslegen. Doch sie hatte den Widerstand der Schwesterpartei falsch kalkuliert. Das muss aber kein Nachteil für die CSU sein.
Ebenso wie das Ringen der CSU um Steuersenkungen und Entlastung hat auch Merkels Widerstand gegen schnelle Geschenke einen wahltaktischen Hintergrund: Die Kanzlerin will das Thema einfach für den kommenden Bundestagswahlkampf im Sommer 2009 aufheben. Doch ihr Nein zur Pendlerpauschale muss der CSU nicht schaden. Das Ausbleiben des Wahlgeschenkes aus Berlin könnte der CSU diejenigen Wähler zutreiben, die aus Protest «Jetzt erst recht» den Blau-Weißen ihre Stimme geben. Beckstein appellierte ja bereits an das bayerische Selbstbewusstsein. Die CSU hofft dennoch auf Erosion innerhalb der Schwesterpartei. «Auch in der CDU mehren sich die Stimmen. Wir werden weiter Verbündete suchen», sagte Beckstein. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller oder NRW-Arbeitsminister Karl Josef Laumann sind bereits auf Seite der Bayern. Selbst von der Jungen Union, der Jugendorganisation beider C-Parteien, kam mittlerweile Unterstützung.