Klimapaket beschlossen:
Mehr Ökostrom soll es richten
06.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Koalition hatte sich Anfang Juni auf das Gesetzespaket verständigt, das Beschlüsse aus der Kabinettsklausur 2007 umsetzt. Das zweite Klimapaket verschob die Regierung wegen des Streits über die Kfz-Steuerreform auf Mitte Juni. Gabriel hält die Klimaschutzziele für erreichbar. Deutschland habe die Hälfte der geplanten Senkung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 geschafft. Mit den Gesetzen würden weitere zehn Prozent geschafft. Der Minister räumte Mehrkosten ein: Die Kosten für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom im Jahr steigen demnach von drei auf fünf Euro im Monat 2015 und gehen dann leicht zurück. Die Mehrkosten liegen bis 2015 bei insgesamt 2,8 Milliarden Euro.
Umweltverbände sehen das Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger Kohlendioxid bis 2020 «in weite Ferne gerückt». Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kritisierte, es gebe zu wenig Anreiz für Investoren. Der Bundesverband Windenergie wertete die Entscheidung des Bundestags positiv und sieht eine Trendwende für die Branche. Auch die Solarwirtschaft begrüßte die Pläne trotz gesenkter Förderung. Die Gefahr eines Markteinbruchs sei gebannt. Der Bundesverband Erneuerbare Energie kritisierte, dass höhere Fördersätze für Wind und Biomasse erst von 2009 an gelten sollen. Kritik kam auch vom Deutschen Mieterbund. Die Beschränkung auf Neubauten sei ein «schwerer Geburtsfehler».
Auch der Streit über die Förder-Millionen zwischen dem Bund und Baden-Württemberg für den Einbau umweltfreundlicher Heizungen konnte nun beendet werden. Für Neubauten im Südwesten gilt seit April die Pflicht, ein Fünftel des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. Für Hausbauer soll von 2009 an eine Pflicht für Öko-Heizungen in Neubauten gelten, für den freiwilligen Einsatz in älteren Bauten gibt es Fördergelder. (nz/dpa)

