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Afghanistan-Einsatz: 

Schneller eingreifen am Hindukusch

03. Jun 2008 17:04
Generalprobe für deutsche Soldaten vor der Fahrt nach Afghanistan
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Weil Norwegen seine Soldaten abzieht, schickt Deutschland nun erstmals Soldaten in einen Einsatz, von dem bereits zuvor klar ist, dass die Truppe auch kämpfen muss. Das finden nicht alle gut.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist nach Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch mindestens fünf bis zehn Jahre nötig. So lange werde es dauern, bis Armee und Polizei in Afghanistan aufgebaut seien und selbst für Sicherheit sorgen könnten. Erst wenn diese «selbsttragende Sicherheit» gewährleistet sei, könne über einen Abzug der Internationalen Schutztruppe Isaf gesprochen werden, sagte Jung am Dienstag.

Von Lemgo (Nordrhein-Westfalen) aus startet nun eine schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr in ihren Afghanistan-Einsatz. Deutschland übernimmt ab Juli von Norwegen die Aufgaben der sogenannten Quick Reaction Force (QRF), die die Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf absichern soll. Es ist das erste Mal, dass Deutschland einen solchen Kampfverband nach Afghanistan schickt. Jung sagte: «Es ist ein gefährlicher Einsatz, auch mit Risiko für Leib und Leben.»

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, sagte, mit der QRF erweitere Deutschland seine «Kriegsbeteiligung». Das führe in die Sackgasse. Die Linke will den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr. Parallel zum Abzug müssten zivile Strukturen für die Stabilisierung des Landes aufgebaut werden, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Dagmar Enkelmann. Die derzeitige Ausbildung der afghanischen Polizei mit etwa 200 internationalen Polizisten sei ein kläglicher Beitrag. Jung wisse, dass das auch nicht in zehn Jahren zum Erfolg führen werde.

Jung betonte, die QRF werde «im Wesentlichen» im Norden – das ist der Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr innerhalb der Isaf – eingesetzt. Dort hat sich die Sicherheitslage inzwischen verschlechtert. Einen Einsatz im Süden schloss der Minister aber nicht aus. Laut Mandat ist Nothilfe für Nato-Partner erlaubt. Bis zum 10. Juni soll die insgesamt 200 Soldaten starke Eingreiftruppe in Afghanistan komplett sein. (nz/dpa)


 
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