Kandidatur zum Parteivorsitz: 

netzeitung.deViele Grüne wollen Özdemir

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Zwei Freunde sollt ihr sein: Kandidat Özdemir und Noch-Chef Bütikofer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zwei Freunde sollt ihr sein: Kandidat Özdemir und Noch-Chef Bütikofer
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Er ist ein «personalisiertes Beispiel» für Integration und kann «in der Öffentlichkeit punkten»: Spitzengrüne sind voller Lob für ihren Vorsitzenden-Kandidaten Özdemir. Sein Konkurrent will dennoch nicht aufgeben. Hier voten!

Bis vor kurzem wollte gar keiner, jetzt gibt es gleich zwei Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Grünen-Vorsitzenden Reinhard Bütikofer. Der Noch-Parteichef zeigt sich entspannt: «Es wird jedenfalls deutlich, dass die Grünen eine Reihe von Leuten haben, die in der Lage sind, so einen nicht ganz unwichtigen Posten auszufüllen», sagte er der «Passauer Neuen Presse». Darauf könne die Partei stolz sein.

Viele Grünen Spitzenpolitiker schlossen sich dem Urteil an. «Ich unterstütze seine Kandidatur», sagte der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske der «Berliner Zeitung». Die stellvertretende Fraktionschefin Christine Scheel betonte, die Grünen könnten von Özdemirs souveräner Art profitieren. «Wir brauchen jemanden, der in der Öffentlichkeit punkten kann. Das kann Cem Özdemir», sagte Scheel.

Die sächsische Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Hermenau begrüßte die Kandidatur Özdemirs. Sie sagte der «Financial Times Deutschland», Özdemir sei «ein personalisiertes Beispiel dafür, welche positiven Antworten die Grünen in der Integrationspolitik geben wollen. Sein Politikansatz sowie Auftritt und Stil werden den Grünen gut zu Gesicht stehen.»

Innerparteiliche Demokratie als Ziel
Özdemir hatte am Montag in einem Interview seine Bereitschaft für eine Kandidatur signalisiert. Er traue sich zu, grüne Ideen weiterzuentwickeln. Seine Kandidatur wolle er nicht als Gegnerschaft zum Berliner Fraktionsvorsitzenden Volker Ratzmann verstanden wissen, der ebenfalls als Kandidat im Gespräch ist. Die Bewerbung zweier Kandidaten habe «mit innerparteilicher Demokratie zu tun», sagte er.

Sollte er zum neuen Parteichef der Grünen gewählt werden, setze er auf einen teamorientierten Arbeitsstil, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «Ich bin nicht einer, der mit der Faust auf den Tisch haut. Oft ist es besser, einen runden Tisch zu bauen, um den herum die anderen am Gesamtprojekt arbeiten.» Die Parteispitze müsse sich auch mehr um grundlegende Fragen kümmern und die Debatte darüber organisieren, wie wir in zehn oder zwanzig Jahren leben. Schwerpunkte will der 42-jährige Schwabe türkischer Herkunft auf Bildungs- und die Integrationspolitik legen.

Mitbewerber Ratzmann selbst erwartet vom Nachfolger Bütikofers im Parteivorsitz «eine zentrale Mittlerrolle im Diskussionsprozess nach innen, unabhängig von traditioneller Flügelzugehörigkeit». Er sagte der «Leipziger Volkszeitung», er habe auch in Kenntnis der Özdemir- Kandidatur «ein ungebrochenes Interesse an dieser sehr reizvollen Führungsaufgabe», wolle sich aber in den nächsten Tagen noch mit Parteifreunden beraten, ehe er eine Kandidatur anmelde.

Grünen-Chef Bütikofer will sein Amt beim Parteitag in November zur Verfügung stellen; Co-Chefin Claudia Roth stellt sich hingegen zur Wiederwahl. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, selbst Berlinerin, hatte sich für den Landespolitiker Ratzmann ausgesprochen. (nz/AP/dpa)