Debatte um Schwan-Nominierung: 

netzeitung.deKöhler hebt ab – Koalition kommt runter

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Seine Umfragewerte schießen in die Höhe (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Seine Umfragewerte schießen in die Höhe
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Während der Bundespräsident in einer Umfrage fast realsozialistische Beliebtheitswerte erreicht, wird der Ton zwischen Union und SPD wieder etwas sachlicher. Der SPD-Generalsekretär rät dem Partner zu Entspannungsübungen.

Die Bundesbürger sind derzeit mit Bundespräsident Horst Köhler so zufrieden wie nie zuvor in seiner Amtszeit. Eine Umfrage für die ARD hat ergeben, dass 85 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit zufrieden sind. Damit ist die Zustimmung um drei Prozentpunkte im Vergleich zu Anfang März gestiegen, und es ist der höchste Wert, der je im ARD-DeutschlandTrend für einen Spitzenpolitiker gemessen wurde.

Die Zufriedenheit mit SPD-Chef Kurt Beck ist laut ARD dagegen auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Nur noch 20 Prozent der Bundesbürger sind der Umfrage zufolge mit seiner Arbeit zufrieden.

Die überwiegende Mehrheit wünscht sich der Umfrage zufolge Horst Köhler weiterhin als Bundespräsidenten. Die meisten Befragten dagegen kennen die SPD-Kandidatin Gesine Schwan nicht. Im Falle einer Direktwahl des Bundespräsidenten würden sich drei Viertel der Bundesbürger, also 75 Prozent, für den Amtsinhaber und nur 17 Prozent für seine Herausforderin Gesine Schwan entscheiden. Sogar bei den SPD-Anhängern ist Köhler deutlich beliebter als Schwan.

Rüttgers: Wortbruch auf Bundespräsidentenebene
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sieht in der Nominierung von Gesine Schwan eine Absage der SPD an die große Koalition. «Sie hat sich gestern entschieden, ihr Glück bei einer linken Mehrheit zu suchen, also den Versuch zu machen, Rot-Rot-Grün als Machtoption für 2009 umzusetzen», sagte Rüttgers am Dienstag im Deutschlandfunk. «Das verändert natürlich die politische Landschaft.»

Rüttgers warf SPD-Chef Kurt Beck Wortbruch vor. Dieser habe gesagt, er wolle auf Bundesebene keine Zusammenarbeit mit der Linken. «Die Bundesversammlung ist auch auf Bundesebene», sagte der Ministerpräsident.

Der ARD-Umfrage zufolge halten drei Viertel der Bundesbürger die Aussage der SPD, nach der Bundestagswahl auf Bundesebene, nicht mit der Linken zusammenzuarbeiten für nicht glaubwürdig. Nur 18 Prozent finden dies glaubwürdig. Auch bei den SPD-Anhängern halten zwei Drittel, 65 Prozent, in dieser Frage die SPD für nicht glaubwürdig.

Heil: CDU soll Yoga machen
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat Vorwürfe im Zusammenhang mit der Nominierung von Gesine Schwan als SPD-Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl zurückgewiesen. Bei der Union gebe es einen «leicht hysterischen Ton» in der Debatte, sagte Heil am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Das werde sich aber wieder geben: «Was die Koalition insgesamt angeht, glaube ich, wird sich das beruhigen. Die gilt bis 2009 und wir haben eine ganze Menge Arbeit noch zu tun.» Er rate zu harter Arbeit und weniger Aufgeregtheit, sagte Heil. «Und wenn die CSU sich verkrampft, gibt es eine Methode: Yoga soll sehr helfen als Entspannungsübung.» (nz/dpa/AP)