97. Katholikentag in Osnabrück:
Papst Benedikt ruft zum Einmischen auf
21. Mai 2008 22:23
 |  Zwei Franziskanerinnen: Zum Optimismus aufgefordert | Foto: dpa |
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Mit dem Geläut aller Kirchenglocken hat in Osnabrück das Laientreffen der Katholiken begonnen. ZdK-Präsident Meyer betont den optimistischen Blick auf die Globalisierung.
Mit dem Geläut aller Kirchenglocken und einer Grußbotschaft von Papst Benedikt XVI. ist der 97. Deutsche Katholikentag eröffnet worden.
Bei der zentralen Feier vor dem Dom in Osnabrück rief der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, zu Mut für die Zukunft auf. Der Katholikentag steht unter dem Motto «Du führst uns hinaus ins Weite».
Benedikt fordert Katholiken zum Einmischen auf
Papst Benedikt XVI. appellierte in einer vom Apostolischen Nuntius in Berlin, Jean-Claude Périsset, verlesenen Botschaft an die Katholiken, die Gestaltung der Zukunft nicht anderen zu überlassen. Sie sollten vielmehr aktiv am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen. «Mit Gott im Rücken könnt Ihr mutig handeln», so der Papst. Die Jugend forderte Benedikt auf, sich gegenseitig im Glauben zu bestärken. «Wer sein Leben mit Gott lebt, dessen Leben wird weit», so der Papst.
Optmistischer Blick auf die Globalisierung
Katholikentagspräsident Meyer sagte «Gott geht mit uns voran. Gott richtet unseren Blick auf die Zukunft.» Er fügte hinzu: «Er macht uns Mut, ihre Chancen zu erkennen und ihre Risiken in den Griff zu bekommen.» Auch der gastgebende Bischof Franz-Josef Bode forderte die rund 12.000 Zuhörer auf, die Augen offen zu halten für neue Zukunftsperspektiven. Man habe wolle mit seinem Motto bewusst ein Gegengewicht gegen Zukunftssorgen und eine «angstbesetzte Sicht der Globalisierung» setzen wollen, sagte Meyer vor Journalisten. Es solle aber auch um die Zukunft von Glauben und Kirche sowie um die Anliegen junger Menschen gehen.
Verständnis für Kritik der Juden an Karfreitagsfürbitte
Zum Auftakt hatte der ZdK-Präsident Meyer noch einmal Verständnis für die Kritik von Juden am neuen Ritus der Karfreitagsfürbitte geäußert. Darin wird um «Errettung» der Juden durch den Gott der Christen gebetet. Bischof Bode plädierte dafür, den Streit nicht isoliert zu sehen, sondern auf das insgesamt positive Verhältnis zwischen Juden und Christen zu schauen. Das Thema soll in Osnabrück diskutiert werden.
Wulff lobt Miteinander der Konfessionen und Religionen
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sagte, Osnabrück, die Stadt des Westfälischen Friedens von 1648, stehe für das gute Miteinander von Protestanten und Katholiken, aber auch mit Muslimen und Andersgläubigen. Es sei ein gutes Zeichen, so der CDU-Politiker, dass neben dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die lutherische hannoversche Bischöfin Margot Käßmann sitze.
Merkel und Beck kommen am Donnerstag
Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck haben ihren Besuch für Donnerstag abgekündigt. Auch Bundespräsident Horst Köhler und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso werden noch erwartet. Das Laientreffen dauert noch bis Sonntag. Die Organisatoren erwarten 60.000 Menschen zu den 1200 Veranstaltungen, darunter Gottesdienste, Vorträge und Diskussionen. (epd/dpa)