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Wagenknechts Rückzug: 

Linkspartei-Spitze muss auf Sexappeal verzichten

16. Mai 2008 13:47
Strähne am Ohr: Wagenknecht
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Sie hat mehrere Probleme: den Verfassungsschutz, die kommunistischen Altkader, die Antizionisten - und Sahra Wagenknecht. Eine Kontroverse ist die Linkspartei nun los.

Als viele daran dachten, aus der SED auszutreten, sah sie für sich den rechten Moment: Als die DDR bröselte, wurde Sahra Wagenknecht Mitglied dieser Partei, deren Diktatoren bis zum Mauerfall Millionen Menschen über Stacheldrahtzäune in die Flucht getrieben hatte. Mit scharfem Verstand und argumentativem Können schaffte sie es in den Parteivorstand sowie in die Leitung der Kommunistischen Plattform der damaligen PDS, der Fundi-Abteilung der Sozialistischen Partei. Seither war es still um die Europa-Abgeordnete: An die Öffentlichkeit drang zuletzt nur ihr Ärger über Fotos, die sie beim Hummer-Dinner zeigten – wenig imageträchtig für eine Frau, die sich als Anwältin der Arbeiterklasse versteht.

Zum Bundesparteitag Ende Mai in Cottbus sollte die Frau mit den Strähnen am Ohr in die zweite Reihe der Führung aufrücken. Doch seit den 90er Jahren ist die Linke im Wandel: Sie etabliert sich im Westen, die Altkader sterben aus, Fraktionschef Gysi drängte antizionistische Genossen auf eine liberale Linie.

Zwar ist noch immer viel Sozialromantik in der Linkspolitik, doch ist die Führung bemüht, die Fundis in den hinteren Reihen zu halten.
Als sich Wagenknechts Unterstützer anschickten, sie für die Wahl zum Parteivize aufzustellen, lavierte der Chef: «Wir arbeiten zusammen; ob es ihr Wunsch ist, mich zu vertreten, kann ich nicht sagen», sagte Lothar Bisky. Auch Fraktionschef Gysi hielt gegen, aus Furcht, die ungliebten Ultralinken gewönnen zu viel Einfluss.

Wagenknecht gab em Ende selbst auf und will nun nicht mehr kandidieren: «Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass meine mögliche Kandidatur zumindest von einigen nicht als normaler demokratischer Vorgang akzeptiert, sondern zur Zerreißprobe mit gefährlichen Folgen hochstilisiert wird», sagte sie am Freitag. Ihre Mitgliedschaft im Parteivorstand wird dagegen weiter für akzeptabel gehalten.


 
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