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Porträt: 

Dalai Lama - Lächeln als Markenzeichen

15. Mai 2008 08:39
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Der Dalai Lama setzt auf Gewaltlosigkeit. Doch sein Besuch in Deutschland sorgt zumindest für Spannung.

Obwohl er seine Heimat schon vor Jahrzehnten verlassen hat, ist der Einfluss des Dalai Lama in der Welt seit seiner Flucht aus Tibet 1959 mehr und mehr gewachsen. In Deutschland erfreute sich das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter vor seinem Besuch im vergangenen Sommer sogar größerer Beliebtheit als Papst Benedikt XVI. Das dürfte bei seiner neuerlichen Visite in der Bundesrepublik kaum anders sein.

Das stete Lächeln ist das Markenzeichen des Friedensnobelpreisträgers - und zugleich Teil seiner Philosophie. Unbeirrt von allen Rückschlägen angesichts der Besetzung Tibets durch China setzt «seine Heiligkeit» auf den Weg der Gewaltlosigkeit. «Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken», hat der 72-Jährige einmal gesagt. Sich selbst sieht der Dalai Lama als einen einfachen Mann. Und so ist er bei seinen zahlreichen Besuchen in Deutschland und der Welt auch aufgetreten. Seine Flip-Flops beispielsweise trägt er gelegentlich auch bei Empfängen etwa in Rathäusern.

Tenzin Gyatso, wie der Dalai Lama als Mönch genannt wird, wurde am 6. Juli 1935 in Taktser, einem Dorf im Nordosten Tibets, als Sohn eines Bauern geboren. Als er zwei Jahre alt war, erklärten ihn Abgesandte aus der tibetischen Hauptstadt Lhasa zur Wiedergeburt des 1933 verstorbenen vorherigen Dalai Lama. Der Großteil seiner Regierungszeit war bislang von Flucht und Exil geprägt. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China 1949 erhob das neue Regime Ansprüche auf Tibet und marschierte ein Jahr später ein. Nach einem brutal niedergeschlagenen Aufstand der Tibeter 1959 musste ihr geistliches Oberhaupt fliehen. Rund 90.000 Flüchtlinge, unter ihnen große Teile der intellektuellen Elite Tibets, folgten dem Dalai Lama ins Exil, wo heute rund 120.000 Tibeter leben. Im indischen Dharamsala bildete der Dalai Lama schließlich eine tibetische Exilregierung.

Zwar brachte der Westen dem gewaltlosen Widerstand der Tibeter Sympathie entgegen. Unterstützung von Regierungsseite aber blieb lange fast vollständig aus. Trotz vieler Versuche des Dalai Lama, mit den Chinesen einen Dialog zu starten, fanden bisher keine direkten Gespräche statt. Seine Vorstellungen für die Zukunft Tibets hat der Dalai Lama unmittelbar vor seiner Deutschlandreise noch einmal im «Spiegel» verdeutlicht: Dabei plädierte er vehement für eine Teilautonomie seiner Heimat. Zahlreiche Vortragsreisen führten den Dalai Lama nach Europa und in die USA. Insgesamt reiste er in mehr als 50 Länder, um für eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts zu kämpfen. Im Jahr 1989 wurde ihm für sein Wirken der Friedensnobelpreis verliehen. (Gregor Haake, AP)
 
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